Der Palast von Leh, ehemaliger Königspalast im indischen Distrikt Ladakh, Westtibet

ASSOCIATED PRESS

Betrifft: Geschichte

Einstiges Großreich unter Oberhoheit

Tibet
mit: Ute Wallenböck, Department of Chinese Studies der Masaryk Universität Brünn
Gestaltung: Andreas Wolf

Das geographische Tibet umfasst etwa 2,5 Millionen Quadratkilometer und erstreckt sich vom tibetischen Hochland bis zu den Randgebirgen Chinas. In weiten Teilen des Gebietes wird auch heute noch tibetisch gesprochen. Ihre Dominanz erlangte die Sprache während des tibetischen Großreiches im 8. und 9. Jahrhundert. 1240 wurde Tibet von den Mongolen erobert. 1368 übernahmen Han-Chinesen die Macht. Sie stellten die staatliche Unabhängigkeit Tibets wieder her.

1578 verlieh der mongolische Stammesführer Altan Khan den Ehrentitel, Dalai-Lama, der dritten Reinkarnation dieser Linie, Sönam Gyatso. Das Mongolenreich wurde zur tibetischen Schutzmacht. Ab 1642 wurden die Dalai-Lamas auch mit der Führung des Staates betraut. Diese Herrschaftskonstruktion dauerte, mit zeitweiligen Einschränkungen, bis zur Einverleibung Tibets durch die Volksrepublik China an.

Ab 1717 erweiterte die China damals regierende mandschurische Qing-Dynastie ihren Einfluss auf Tibet. 1903 eroberten britische Truppen das Gebiet. Die Konvention von Sankt Petersburg 1907 unterstellte Tibet der Souveränität Chinas. Nach dem Ende des chinesischen Kaiserreiches 1911/1912 verließen die chinesischen Truppen das Gebiet und der im Exil lebende Dalai-Lama kehrte in die tibetische Hauptstadt Lhasa zurück. 1913 wurde die staatliche Unabhängigkeit ausgerufen. Nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei erwachte in Peking erneut das Interesse an Tibet.

Im Oktober 1950 marschierten chinesische Truppen ein. Einen Monat nach der Kapitulation der tibetischen Armee übernahm im Alter von nur 15 Jahren der 14. Dalai-Lama, Tenzin Gyats, die Regierung. Ohne die staatliche Legitimation unterzeichnete am 23. Mai 1951 eine tibetische Delegation ein Abkommen, dass die Integration Tibets mit China vereinbarte. 1959 brach ein Aufstand gegen die neuen Herrscher aus. Nach der Niederschlagung durch das chinesische Militär floh der Dalai-Lama nach Indien. Während der von Mao angefachten Kulturrevolution wurde ein Großteil des historischen kulturellen Erbes Tibets zerstört. Bis heute ist die Situation angespannt. So kommt es in der "Autonomen Region Tibet" immer wieder zu Protesten gegen die chinesische Verwaltung.

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