Geschenk wird eingepackt

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Vom Sinn der Gabe

Über das Schenken und die Ökonomie des Gebens

Weihnachten steht vor der Tür und alljährlich wiederholt sich hier ein Ritus des Schenkens und des Empfangens, des freiwilligen Gebens und der Dankbarkeit. Das Schenken in seinen vielfältigen Aspekten - von der altruistischen Großzügigkeit bis hin zur manipulativen Taktik und Machtdemonstration - hat eine ganze Reihe von Philosophinnen und Soziologen zu einer Reflexion über den Sinn der Gabe veranlasst. Von Martin Heideggers Daseinsanalytik des "Es gibt" bis hin zum berühmten "Essai sur le don" von Marcel Mauss spielt der Begriff der Gabe eine wichtige Rolle.

Die Geschenk-Ökonomie als ein System freiwilliger Zirkulation knapper Güter findet sich in vielen Kulturen, angefangen vom "Potlatsch" indigener Völker Nordamerikas bis hin zur modernen "Open-Source-Bewegung" des Informationszeitalters. Ganz neu wird die "gift economy" von Nipun Mehta interpretiert. Der in Indien geborene und in den USA aufgewachsene Software-Ingenieur stand am Anfang einer glänzenden Karriere bei Sun Microsystems im kalifornischen Silicon Valley. Doch Mitte 20 kündigte er seinen gut dotierten Job, um sich ganz dem Geben zu widmen. Mit Freunden gründete er Service Space, eine NGO-Plattform für Freiwilligenarbeit mit mittlerweile mehr als 500.000 Freiwilligen weltweit. Und er hat den Giftivism ins Leben gerufen: eine Mischung aus Schenken und Aktivismus. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit dem Ansatz der "gift economy". Damit reist er um die Welt, um das Geben als Handlungsmaxime für neues Wirtschaften und das Leben an sich zu verbreiten. Warum schenken wir? Wäre das Schenken eine Möglichkeit einer neuen Art des gesellschaftlichen Miteinanders - jenseits der Tauschlogik? Welche spirituelle Dimension haben die Gabe und das Geben?

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