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Radiokolleg

Double Bind - Doppelbotschaften (1)

Paradoxe, widersprüchliche und ambivalente Kommunikation

"Entspann Dich!" oder "Genieße endlich!" - diese Imperative sind Unvereinbarkeiten in sich. Bei derlei Aussagen handelt es sich um zwei Mitteilungen in einer. Das sorgt für Verstörung und Ratlosigkeit. In der zwischenmenschlichen Kommunikation werden häufig Doppelbotschaften verwendet. Nicht immer ist es dem Sender bewusst: in manchen gesellschaftlichen Zusammenhängen - im Büro, im Freizeitclub oder im Freundeskreis - ist es en vogue, nicht immer ganz das zu sagen, was gemeint wird. Hans Groiss analysiert widersprüchliche Kommunikation im Arbeitsleben, zwischen Kindern und Eltern, in Partnerschaften, in der Politik und in den Medien.

In der Psychologie und der Kommunikationswissenschaft bezeichnet Double-Bind ein dysfunktionales, paradoxes Muster, das häufig in gestörten Beziehungen auftritt. Zwei Botschaften und Signale zur gleichen Zeit stiften nicht nur Irritationen, sondern lösen als Reaktionsmuster auch doppelte Verbindlichkeiten - also Binds - aus: wobei nicht mehr klar ist, was die Hauptbotschaft war. Der Begriff Double-Bind geht auf den amerikanischen Anthropologen, Biologen, Sozialwissenschaftler, Kybernetiker und Philosophen Gregory Bateson zurück und der österreichische Philosoph, Psychotherapeut und Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick entwickelte die Theorien weiter. In den 1970er Jahren wurde die Theorie sehr häufig angewandt, gegenwärtig erlebt sie eine Renaissance.

Service

Radiokolleg-Podcast

Leseliste:
Menschliche Kommunikation
Formen, Störungen, Paradoxien
Paul Watzlawick,
Janet Beavin,
Don Jackson

Wege aus der Zwickmühle
Doublebinds verstehen und lösen
Christiane Sautter,
Alexander Sautter

Sendereihe

Gestaltung

  • Hans Groiss