Friedenstaube und Stacheldraht

ORF/ISABELLE ORSINI-ROSENBERG

Im Fokus - Religion und Ethik

Minenfeld der Worte

Aktuell im Fokus: Ukrainisch-Orthodoxe Kirche könnte verboten werden +++ Thema im Fokus: "Krieg und Frieden - Nahost" - Minenfeld der Worte +++ Serie: Geflügelte Worte - "Das weiche Wasser bricht den Stein"

1. Aktuell im Fokus: Ukrainisch-Orthodoxe Kirche könnte verboten werden

Seit Beginn der russischen Invasion liegen zwar die offiziellen Beziehungen zwischen der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK) und Moskau auf Eis, doch die politische Führung in Kiew sieht in der UOK nach wie vor einen verlängerten Arm des russischen Aggressors. Im Parlament in Kiew liegt nun ein Gesetzesentwurf, der das Verbot aller religiöser Organisationen möglich machen soll, die mit Russland verbunden sind. Die UOK könnte also vor dem Verbot stehen. Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz berichtet aus Kiew. Im Studiogespräch dazu mit Alexandra Mantler: Regina Elsner, Professorin für Ostkirchenkunde und Ökumenik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster


2. Thema im Fokus: "Krieg und Frieden - Nahost" - Minenfeld der Worte

Es ist der 7. Oktober 2023: Radikalislamische Hamas-Terroristen ermorden in Israel 1200 Jüdinnen und Juden. Ein Massaker, das sich - zumindest für große Teile der Weltöffentlichkeit - nicht angekündigt hat und in einem blutigen Krieg enden sollte. In einem Krieg, der, wenn auch nicht auf europäischem Boden, doch auch mitten in den europäischen Gesellschaften ausgetragen wird. Hass, Hetze und Antisemitismus inklusive. In einer losen Reihe in "Im Fokus" stellt Susanne Krischke ethische und völkerrechtliche Fragen zum Krieg im Nahen Osten.

In der ersten Folge wird diskutiert, warum ein differenzierter Diskurs in diesem Zusammenhang schwierig oder manchmal sogar unmöglich scheint, jedes Wort auf die Waagschale gelegt, jede Kritik als fundamentaler Angriff auf das Existenzrecht des Gegners gewertet wird. Ist die Konsequenz Selbstzensur? "Ich kann es nicht mehr hören, immer dieses ‚Ja, Aber'", sagen Jüdinnen und Juden schon bald nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel. Dieses "Ja, aber": Also ja, der Terrorangriff der Hamas ist zu verurteilen, ABER: Der Angriff muss im Kontext gesehen werden. Genauer gesagt: "Es ist wichtig zu sehen, dass der Angriff der Hamas nicht im luftleeren Raum stattfand", sagte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres - und provozierte damit einen Eklat. Selbst sonst wenig scheue Interviewpartner:innen und Expert:innen wollen lieber nichts zu diesem Krieg, nichts zu diesem Konflikt, sagen und winken bei Anfragen ab.

All dem will diese Folge auf den Grund gehen, Narrative aufzeigen und versuchen zu klären, warum längst nicht nur Gaza ein Minenfeld geworden ist und jedes Wort Sprengkraft hat. Die erste Folge der dritten Staffel wird auch im Rahmen des Podcasts "Krieg und Frieden" online veröffentlicht. - Gestaltung: Susanne Krischke


3. Serie: Geflügelte Worte - "Das weiche Wasser bricht den Stein"

In der jüngeren Geschichte Deutschlands waren und sind sie politisch durchaus relevante Kundgebungen: die traditionellen Ostermärsche. Untrennbar damit verbunden Sätze wie das biblische "Schwerter zu Pflugscharen" - oder eben "Das weiche Wasser bricht den Stein". Auch dieses Motto hat seine Wurzeln im religiös-philosophischen Bereich, allerdings fernab des Christentums. Brigitte Krautgartner ist dem geflügelten Wort rund um den sanften Widerstand nachgegangen.

Service

Buch, Simon Shuster: "Vor den Augen der Welt. Wolodymyr Selenskyj und der Krieg in der Ukraine", Goldmann 2024

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