Andris Nelsons

MARCO BORGGREVE

Matinee

Nelsons dirigiert Mahler

Gewandhausorchester Leipzig, Dirigent: Andris Nelsons.
Antonin Dvorak: Das goldene Spinnrad, Symphonische Dichtung op. 109 (aufgenommen am 10. März im Großen Musikvereinssaal in Wien in 5.1 Surround Sound)

Im März machten das Gewandhausorchester Leipzig gemeinsam mit Chefdirigent Andris Nelsons auf ihrer Europatournee im Wiener Musikverein Station. Mit im Gepäck hatten sie Wohlbekanntes von Gustav Mahler und selten zu Hörendes von Antonin Dvorak.

Dessen symphonische Dichtung "Das goldene Spinnrad" macht den schaurig-schönen Anfang. Brutal geht es zu in dem tschechischen Märchen auf den "Aschenputtel"-Stoff, letztlich aber siegt das Gute: Die schöne Dornicka wird von der bösen Stiefmutter ermordet, von ihrem sprechenden Spinnrad gerettet und von Zauberhand wiederbelebt. Nach allerlei Verstrickungen und rasanten Volten kann am Ende doch Hochzeit mit dem König gehalten werden.

Nach der Pause steht schließlich die letzte Wunderhorn-Symphonie von Gustav Mahler auf dem Programm. "Was für eine Schelmerei, verbunden mit dem tiefsten Mystizismus!", schwärmte der Komponist selbst über seine "Vierte". Solch Nebeneinander von scheinbar Widersprüchlichem prägt das gesamte Werk - so auch den Finalsatz mit seiner Verschränkung von Orchesterlied und Symphonie: Wenn Nikola Hillebrand weicher Sopran schlussendlich vom "himmlischen Leben" singt, dann sitzt der Apotheose doch immer auch der Mahler'sche Schalk im Nacken.

(Sarah Schulmeister)

Service

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Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Antonin Dvorák/1841-1904
Titel: Das goldene Spinnrad. Symphonische Dichtung op. 109
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Andris Nelsons
Länge: 27:27 min
Label: Kalmus/Kaufmat.

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