AFP/STAN HONDA
Gedanken für den Tag
Leben als Schriftstellerin
Brigitte Schwens-Harrant, Autorin und Feuilleton-Chefin der "Furche", zum 250. Geburtstag von Jane Austen
17. Dezember 2025, 06:57
Jane Austen wuchs im 18. Jahrhundert im Pfarrhaus von Steventon auf, dort gab es eine Bibliothek mit Hunderten Büchern. Sie begann früh zu schreiben, erst für die Familie, dann versuchte sie auch eine Publikation.
1803 gelang es endlich: Sie verkaufte anonym ein Manuskript an einen Londoner Verlag und erhielt zehn Pfund dafür, eine gewaltige Summe für die damalige Zeit. Doch Jahre später war der Roman noch immer nicht publiziert. Der Verleger verbat ihr, ihn anderswo zu veröffentlichen, sie müsse dafür ihr Manuskript wieder zurückkaufen - was ihr Bruder 1816 für sie dann tatsächlich tat. "Die Abtei von Northanger", eine Satire auf Schauerromane, wurde aber zu ihren Lebzeiten nie, erst nach ihrem Tod im Dezember 1817 veröffentlicht.
Dennoch stellte sich noch zu Lebzeiten Erfolg ein. In den Jahren 1811 bis 1815 erschienen ihre vier Romane "Verstand und Gefühl", "Stolz und Vorurteil", "Mansfield Park" und "Emma", Bücher, die sie zu einer der wichtigsten englischen Schriftstellerinnen machten. Ihre anonym, nur mit dem Verweis "by a lady" ("von einer Lady") veröffentlichten Romane wurden von der Kritik gelobt. Man betonte, dass sie auf Sensation und Rührseligkeit verzichtete und Durchschnittsleben erzählte.
"Die Schilderungen sind vollkommen lebensgetreu und mit einer Genauigkeit gezeichnet, die den Leser entzückt", schrieb niemand Geringerer als der erfolgreiche Schriftsteller Walter Scott. Es folgten zweite Auflagen, Jane Austen verdiente nun tatsächlich Geld mit dem Schreiben. Eine Schriftstellerinnenkarriere hat begonnen und eine Phase der finanziellen Unabhängigkeit, äußerst wichtig für eine unverheiratete Frau Anfang des 19. Jahrhunderts. Doch lange konnte Jane Austen sich nicht daran freuen, sie starb am 18. Juli 1817 nach schwerer Krankheit im Alter von nur 41 Jahren.
Service
Christian Grawe, "'Darling Jane'. Jane Austen - eine Biographie", Reclam 2010
Brigitte Schwens-Harrant, "Blümchen oder Die Spur des Geldes. Über Jane Austen". In: "Anton Thuswaldner (Hg.): 'GegenKanon. Bücher, die auf der Strecke bleiben, und solche, die auf der Strecke bleiben sollten'", Müry Salzmann
Jane Austen, "Lady Susan". Illustriert von Annabelle von Sperber. Insel-Bücherei
Jane Austen, "Emma. Stolz und Vorurteil. Verstand und Gefühl". Reclam
Jane Austen, "Pride and Prejudice". Insel Verlag
Podcast abonnieren
Sendereihe
Gestaltung
Playlist
Komponist/Komponistin: Adrian Johnston
Gesamttitel: BECOMING JANE / Original Filmmusik
Titel: Runaways
Anderer Gesamttitel: GELIEBTE JANE / Original Filmmusik
Leitung: Paul Englishby
Orchester: Filmorchester
Ausführender/Ausführende: John Lenehan
Ausführender/Ausführende: Anthony Pleeth
Länge: 02:00 min
Label: Sony Classical/Sony BMG 88697078482
