Radiokolleg

Phänomen Stau (2)

Die Psychologie des Staus

2 Millionen Mal wurde ein Youtube Video angeklickt: Es zeigt einen entnervten deutschen Urlaubsreisenden auf einer österreichischen Autobahn. Der Wohnwagen-Urlauber steckt schon seit Stunden im Stau fest. Auf die Frage eines Reporters wie die Stimmung denn so sei, rastet der Mann völlig aus und schlägt auf den Reporter ein.

Viele Menschen lassen den täglichen Stau, zum Beispiel auf dem Weg in die Arbeit, wie ein Naturereignis über sich ergehen. Die Akzeptanz sinkt jedoch, wenn Staus außerhalb der Norm auftreten. Das führt, je nach Charakter und persönlicher Situation, zu Stress, Lethargie oder Aggressionen. Verschärft wird die Situation durch Einflüsse wie starke Hitze oder schreiende Kinder im Auto. Die Möglichkeiten den erzwungenen Stillstand produktiv zu nutzten sind begrenzt und beschränken sich meist auf Radiohören oder E-Mails lesen. Neben der reduzierten Aktivität sind lange Staus auch "Gleichmacher", da sie Prestigeunterschiede zum Verschwinden bringen - im teuren Sportwagen steht man genauso lange im Stau wie im alten, verrosteten Kleinwagen.

Service

Radiokolleg-Podcast

Sendereihe

Gestaltung

  • Andreas Wolf