ÖNB
Betrifft: Geschichte
Geschichtsbewusstsein im Klassenzimmer
Nationalsozialismus, Holocaust und Zweiter Weltkrieg (2). Mit: Philipp Mittnik, Historiker und Professor für Geschichts- und Politikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Wien.
3. Februar 2026, 15:55
In den Jahrzehnten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat sich der Schulunterricht über die Zeit des Nationalsozialismus stark verändert. Der Zeitgeist hat seine Spuren hinterlassen: In der Nachkriegszeit ist der Geschichtsunterricht von der Entnazifizierung gekennzeichnet und von den in den einzelnen Besatzungszonen forcierten Schwerpunkten der Alliierten. Während in den späten 1940er- und 1950er-Jahren der Opfermythos und der Kriegsverlauf besprochen werden, erzählt der Unterricht in den 1960er-Jahren auch vom Widerstand. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Opferrolle Österreichs und den Verbrechen des NS-Regimes beginnt erst am Ende des Jahrzehnts, im Nachhall der durch die Affäre Waldheim ausgelösten Geschichtsdebatten. Österreich ist mitverantwortlich - dieses Eingeständnis und die Zeitzeugengespräche mit Überlebenden rücken mit Anfang der 1990er-Jahre den Holocaust in den Mittelpunkt. Der gegenwärtige Geschichtsunterricht setzt auf Erinnerungskultur und politischen Bildung, um die Schüler und Schülerinnen über Phänomene wie Antisemitismus oder Rassismus aufzuklären.
Philipp Mittnik ist einer der Herausgeber eines neuen Buches, das sich zeithistorischen Grundlagen von Nationalsozialismus, Holocaust und dem Zweitem Weltkrieg widmet und Beispiele für die Unterrichtspraxis bereithält. Der Historiker wirft aus dieser Perspektive einen Blick auf fünf ausgewählte Aspekte dieses Themenschwerpunkts und wie sich der schulische Umgang damit im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
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- Barbara Volfing
