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DPA/CHRISTIAN VOLBRACHT

Europa-Journal

EU und Saatgut, Frankreich, Bulgarien

EU-Saatgutreform: Wird die Vielfalt eingeschränkt? +++ Frankreich: Mit Hightech-Boxen gegen den Ärztemangel +++ Bulgarien: Wie Korruption das Gesundheitssystem lahmlegt

EU-Saatgutreform: Wird die Vielfalt eingeschränkt?

Könnte eine neue EU-Verordnung bald seltene Obst- und Gemüsesorten gefährden? Seit Jahren wird in der EU über eine Novelle der Saatgutverordnung diskutiert. Der aktuelle Entwurf sieht vor, dass die Weitergabe von rarem, regional angepasstem Saatgut eingeschränkt werden soll. Landwirt:innen dürften ihre Sorten nicht mehr frei untereinander austauschen. Kleinere Landwirtschaftsbetriebe schlagen Alarm: für sie sei das der Anfang vom Ende für die Vielfalt - auch Hobbygärtner:innen und Konsument:innen würden das spüren. Diese Woche haben dazu in Brüssel Gespräche zwischen EU-Parlament, Rat und Kommission begonnen. Welche Folgen könnte die Saatgutreform für die Sortenvielfalt in Österreich haben? Martha Georgiew hat in Brüssel mit Magdalena Prieler vom Verein Arche Noah und dem Südtiroler EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann (EVP) gesprochen.


Frankreich: Mit Hightech-Boxen gegen den Ärztemangel

Mit Einfallsreichtum versucht Frankreich dem Ärzt:innenmangel zu begegnen. Viele Gemeinden im ländlichen Raum setzen auf "Medizin-Boxen". Das sind Container, in denen sich Patient:innen selbst untersuchen, während der Arzt per Video zugeschaltet ist. Im Container gibt es Blutdruckmesser, Ohrenspiegel oder Thermometer. Rezepte und Überweisungen werden vor Ort ausgedruckt. Es ist eine kostenschonende Möglichkeit, die Situation in den sogenannten "medizinischen Versorgungswüsten" zu lindern. Cornelia Primosch hat für uns in Saint-Georges-Motel in der Normandie eine "Box Médicale" besucht.


Bulgarien: Wie Korruption das Gesundheitssystem lahmlegt

In Bulgarien gehen seit mehr als einem halben Jahr Medizinstudierende und Assistenzärzt:innen auf die Straße. Sie fordern eine bessere Ausbildung und faire Arbeitsbedingungen. Das bulgarische Gesundheitssystem ist völlig veraltet, und durchzogen von Lobbyismus und Korruption. Die bulgarischen Jungärzt:innen sind im europäischen Vergleich stark unterbezahlt - ein Großteil von ihnen verlässt deshalb das Land. Lösungen sind wegen der anhaltenden politischen Krise nicht in Sicht. Diljana Lambreva hat in Sofia mit jungen Mediziner:innen gesprochen.

Moderation: Martha Georgiew

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