Thomas Wally

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Zeit-Ton

Wally analysiert Kurtág

Neue Musik auf der Couch. Thomas Wally analysiert die "Kafka-Fragmente" op. 24 für Sopran und Violine von György Kurtág

Das Jahr 1926 aus musikalischer Sicht: Puccinis Oper "Turandot" wird in Mailand uraufgeführt, Schostakowitschs 1. Symphonie ist im damaligen Leningrad zum ersten Mal zu hören, in Köln erklingt die Premiere von Bartóks Tanzpantomime "Der wunderbare Mandarin". Es ist das Geburtsjahr der Komponist:innen Morton Feldman, Friedrich Cerha, Hans Werner Henze, Betsy Jolas und: György Kurtág, dessen einzige Oper "Fin de Partie" etwa 90 Jahre nach "Turandot" ebenfalls in Mailand uraufgeführt wird.

Anlässlich des 100. Geburtstag György Kurtágs widmet sich auch die "Zeit-Ton"-Sendereihe "Neue Musik auf der Couch" seiner Musik, und zwar einer seiner meistgespielten Kompositionen: den "Kafka-Fragmenten" für Sopran und Violine. In den 1980er Jahren komponiert, stellt diese Komposition eine Sammlung von 40 miniaturartigen Werken dar, denen, wie der Titel schon sagt, literarische Fragmente aus der Feder Franz Kafkas zugrunde liegen.

Thomas Wally, neben seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist und Violinist auch an der Wiener Musikuniversität als Senior Lecturer in musiktheoretischen Fächern aktiv, betrachtet die Kafka-Fragmente von György Kurtág. Im Gespräch mit Rainer Elstner aus (hör)analytischer Perspektive: Was hören wir, wenn wir dieses Werk hören? Worauf können wir achten? Was sind Besonderheiten, denen wir Aufmerksamkeit schenken sollten? Den Hörer/innen werden analytische Tools bereitgestellt, mit deren Hilfe diese Musik mit einem geschärften Fokus wahrgenommen werden kann.

Sendereihe

Gestaltung

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