Lawinengefahrsschild

APA/BARBARA GINDL

Punkt eins

Lawinen: Das ewig unterschätzte Risiko

Der Kampf gegen den Tod im Schnee. Gäste: Gerhard Kremser, Bezirksleiter Pongau, Bergrettung Salzburg & Dr. Arnold Studeregger Renner, Lawinensachverständiger, GeoSphere Austria, Fachlicher Leiter des Lawinenwarndienstes Steiermark. Moderation: Xaver Forthuber. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Die Zahl der Lawinentoten in Österreich in dieser Saison hat vor dem Wochenende 26 erreicht und liegt damit weit über dem langjährigen Durchschnitt.

Die massiven Schneefälle am vorletzten Wochenende ließen in ganz Österreich die Lawinengefahr stark ansteigen. In Tirol und Vorarlberg wurden über das Bevölkerungs-Warnsystem AT-Alert landesweite Warnungen verschickt. Nicht alle hielten sich daran - mit tragischen Folgen. In Tirol und Vorarlberg, aber auch in Salzburg und in der Steiermark waren in den vergangenen Tagen Tote zu beklagen.

Am Dienstag vergangene Woche ist nach einem Lawinenabgang im Pongau ein Einheimischer mithilfe von Handyortung gefunden worden, konnte aber nur noch tot geborgen werden. Im Einsatz standen neben 23 Bergretter:innen auch Hundeführer, Polizei und Feuerwehr. In Zell am See konnte am vergangenen Montag nach einer aufwendigen Suchaktion Entwarnung gegeben werden - ein Skifahrer dürfte das Schneebrett losgetreten, aber der Bergrettung nicht gemeldet haben, dass niemand mitgerissen wurde. Ausgelöst wurden beide Lawinen von so genannten Variantenfahrern abseits der Piste - ein Verhalten, das nun schwer in der Kritik steht. "Wenn man in dieser Situation in den freien Skiraum fährt, fehlt einem das Gespür, die Ausbildung und die Erfahrung", sagte der Landesleiter der Tiroler Bergrettung.

Alpine Rettungseinsätze werden in der Regel verrechnet - in Tirol gibt es mittlerweile wieder eine Debatte darum, ob die Versicherungen in Fällen von grober Fahrlässigkeit die Kosten zurückfordern sollen. Sicherheitslandesrätin Astrid Mair und Landeshauptmann Anton Mattle orteten bei den Wintersportler:innen eine "Vollkaskomentalität" und forderten "Eigenverantwortung" ein. Wird das ausreichen, um zumindest die vermeidbaren Unglücke zu reduzieren?

Zu Gast bei Xaver Forthuber sind Arnold Studeregger Renner, gerichtlich beeideter Sachverständiger und bei GeoSphere Austria für Lawinenwarnungen zuständig, sowie Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Pongauer Bergrettung. Wir sprechen über die Gemengelage, die zu der aktuellen Situation geführt hat, über Lawinengefahr und den Umgang damit allgemein, über das Verhalten am Berg und darüber, was nach einem Lawinenabgang passiert. Reden Sie mit: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

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  • Xaver Forthuber