ALEKSANDRA PAWLOFF
Radiogeschichten
Ganz normale Feindseligkeiten
"Der Jude der Kaiserin" von Vladimir Vertlib. Es liest Christoph Galette.
4. März 2026, 11:05
Wien um 1670: Barocke Herrlichkeit und bittere Armut prägen die Stadt. Kaiser Leopold I. leidet nicht nur unter Geldmangel für seine Feldzüge, er braucht auch dringend einen Thronfolger. Nach dem Tod des Erstgeborenen ist Kaiserin Margarita Teresa mehr denn je auf die Hilfe ihres Leibarztes Pedro de Rojas angewiesen. Der jedoch hat ein gefährliches Geheimnis: Er ist ein spanischer Converso, ein konvertierter Jude, der seinen Glauben im Geheimen praktiziert. Die katholische Kaiserin selbst ist währenddessen die treibende Kraft hinter der Wiener Judenvertreibung von 1670/71.
Von einer Zeit voller Feindseligkeiten, Intrigen und Standesdünkel erzählt Vladimir Vertlib in seinem Roman "Der Jude der Kaiserin". Im Mittelpunkt des historisch fundierten Romans steht die fiktive Figur des Arztes Pedro, der um Gerechtigkeit und Lebensglück kämpft, und dem dabei Fehler passieren.
Vladimir Vertlib wurde 1966 in Leningrad geboren. 1971 emigrierte die Familie nach Israel, dann nach Italien, Holland und die USA, bevor sie sich 1981 in Österreich niederließ. Er lebt seit 1993 als Schriftsteller in Salzburg und Wien. 2024 wurde Vertlib mit dem Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil ausgezeichnet, 2025 mit dem Buchpreis der Salzburger Wirtschaft. Zuletzt erschienen der Roman "Heimreise" (2024), der Essayband "Juden sind auch nicht anders" (2025) sowie der Roman "Der Jude der Kaiserin" (Residenz Verlag, 2026).
Gestaltung: Karin Buttenhauser
Service
Vladimir Vertlib, "Der Jude der Kaiserin", Roman, Residenz Verlag, 2026
Sendereihe
Gestaltung
- Karin Buttenhauser
