Anna Moffo, 1987

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Apropos Oper

Opern-Schönheit mit singulärer Stimme

Erinnerungen an die Sopranistin Anna Moffo – zum 20. Todestag

In den mittleren 1950er Jahren hat die Welt-Karriere der in Pennsylvania geborenen Anna Moffo begonnen – und es waren nicht nur das außergewöhnliche Timbre der Sängerin und ihre in frühen Jahren bemerkenswerte Gesangstechnik, die die schnelle Entwicklung der Sängerin beflügelt haben, sondern auch ihr optisches Erscheinungsbild. Der Dirigent Eugene Ormandy soll einmal nach einem Gesangswettbewerb gesagt haben: "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand, der so schön ist, gut singen kann; also schloss ich die Augen, und Anna Moffo gewann allein dank ihrer Leistung."

Auf jeden Fall hat sie sehr früh in Wien und Salzburg, an der Mailänder Scala und in Neapel, in Aix-en-Provence und Chicago gesungen. Ende der 1950er Jahre hat sie an der New Yorker Metropolitan Opera debütiert, an der sie mehr als 200 Mal aufgetreten ist – in Rollen des Belcanto-Repertoires, als Verdi- und Mozart-Sängerin, aber auch als lyrische Mélisande in "Pelléas et Mélisande" und in allen vier Frauenpartien in "Hoffmanns Erzählungen". Hätte ihre Laufbahn länger gewährt, hätte sie auf Rollen verzichtet, die doch auch dramatische Kraft erfordern, wie beispielsweise die "Butterfly" oder die Nedda in "Bajazzo". Eine solche Frage muss reine Theorie bleiben, auf jeden Fall ist die eigentliche Opernlaufbahn der Moffo in den mittleren 1970er Jahren zu Ende gegangen – und die meisten Ankündigungen der Künstlerin, in einem neuen Fach an frühere Triumphe anzuknüpfen, sind nicht Realität geworden.

Vor 20 Jahren, im März 2006, ist Anna Moffo in New York verstorben.

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