Tasten eines Cembalos

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Vorgestellt

Die Accademia Bizantina mit dem 5. Brandenburgischen Konzert

Ottavio Dantone gibt mit diesem Album den Startschuss zu einem neuen Zyklus, der je ein Brandenburgisches Konzert von J. S. Bach mit weiteren Werken des Barock verbindet.

Der Cembalist und Dirigent Ottavio Dantone hat mit seiner Accademia Bizantina bereits mehrfach für Aufmerksamkeit gesorgt. Mit ihren Interpretationen der Konzerte von Corelli und Geminiani eröffneten die Musikerinnen und Musiker neue Blickwinkel und rückten diese Werke in ein frisches Licht. Nun widmet sich das Ensemble in den nächsten sechs CDs der Musik von Johann Sebastian Bach. Unter dem Titel "Baroque Anatomy" präsentiert die Accademia Bizantina Bachs Brandenburgischen Konzerte - Werke, die man zu kennen glaubt, denen Dantone und sein Ensemble jedoch erneut überraschende Perspektiven abgewinnen. Der Aspekt der Anatomie ist barocken Traktaten entlehnt: Spielerisch wird jedem der sechs Konzerte ein Körperteil zugeordnet. Auf dem CD-Cover blickt uns in diesem Fall ein großes, offenes Auge an: "The Eye", darüber eine große Fünf in knalligem Grün.

Für diesen Zyklus entwickelte das Ensemble ein besonderes Konzept: Jedes Konzert wird mit verwandter Musik verknüpft - geografisch, thematisch, in seinem Ursprung oder mit Blick auf die Biografien der Komponisten. Ziel ist es, den Kontext hörbar zu machen, Beziehungen und Unterschiede herauszuarbeiten und zu zeigen, wie jedes Bach-Konzert aus bestehenden Formen hervorgeht. Ein Ansatz, der Tiefe schafft und zugleich willkommene Abwechslung bietet.
Im aktuellen Band steht das fünfte Brandenburgische Konzert im Mittelpunkt, ergänzt durch ein weiteres Werk, das mit der Kombination von Solo-Violine, Solo-Flöte, Cembalo und Orchester spielt. Das Konzert von Georg Philipp Telemann zeigt eindrucksvoll, warum er zu Lebzeiten weit erfolgreicher war als Bach: Es strotzt vor Ideenreichtum, Esprit und Witz. Als drittes Werk steht das Tripelkonzert BWV 1044 auf dem Programm. Marcello Gatti und Alessandro Tampieri treten mit Flöte und Violine zu Ottavio Dantone am Cembalo. Dieses steht - wie schon im Brandenburgischen Konzert - im Mittelpunkt). Dantone gestaltet seine Partie mit präziser Artikulation, klarem Aufbau und souveräner musikalischer Kontrolle.

Einen reizvollen Kontrast bildet das Quartett von Carl Philipp Emanuel Bach. Die kammermusikalische Besetzung sorgt für transparente Balance und eine erfrischende neue Klangfarbe zwischen den - zwar klein besetzten - "Orchesterwerken" Bachs und Telemanns.

So präsentiert die Accademia Bizantina Barockmusik kristallklar, präzise und dennoch mit einem Hauch italienischen Esprits und Leichtigkeit. Das erste Album des Zyklus zeigt, welches Potenzial in diesem Konzept steckt - und weckt Vorfreude auf die fünf weiteren Alben, die bereits in Vorbereitung sind.

Service

Aktuelle Aufnahme:

"5 - THE EYE"
Werke von Johann Sebastian sowie Carl Philipp Emanuel Bach und Georg Philipp Telemann
Ausführende: Accademia Bizantina, Marcello Gatti (Flöte), Alessandro Tampieri (Violine) Ottavio Dantone (Leitung und Cembalo)
Label: HDB Sonus

Sendereihe

Gestaltung

  • Rudolf Aigmüller