EILEENA HANGLER
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen
Appetit auf Frieden
Lebensraum, Kulturraum, Naherholungsraum - Spaziergänge durch den Bibelwald +++ Grüne Auen und ein Ruheplatz am Wasser - Aspekte der Bibel +++ Appetit auf Frieden - Gedanken zu Fastenwochen in Zeiten des Kriegs +++ "Fighting Dusman" - Wenn Erinnerungen und Erfahrungen der Welt vor Augen geführt werden
15. März 2026, 07:05
Lebensraum, Kulturraum, Naherholungsraum - Spaziergänge durch den Bibelwald
"Manchmal stelle ich mir vor, die Bibel wäre ein Wald. Wenn ich sie aufschlage, finde ich mich irgendwo in diesem Wald wieder. In einem Wald herrscht ein eigenes Mikroklima. Wer ihn betritt, betritt ein ganz spezifisches Öko-System. Zahllose Pflanzen und Tiere leben darin in genau aufeinander abgestimmter Gemeinschaft. Sie alle gemeinsam bilden den Lebensraum für Menschen aller Art." So erzählt Elisabeth Birnbaum, die katholische Theologin, die das Österreichische Katholische Bibelwerk leitet. Vor Kurzem ist ein Buch von ihr herausgekommen: "Wege durch den Bibelwald. Die schönsten Touren, die wichtigsten Pflanzen", erschienen im Wiener Dom Verlag. Für Lebenskunst erzählt Elisabeth Birnbaum in drei Teilen davon. Das, was ihr im Bibelwald begegnet, ermutigt, spornt an, tröstet und fordert heraus. Es sind nicht zuletzt vielfältige Erfahrungen von Menschen mit dem, was sie Gott oder göttlich nennen.
Grüne Auen und ein Ruheplatz am Wasser - Aspekte der Bibel
(Psalm 23)
Eine seelische Oase, das Erfahren von Rekreation und Regeneration - auch Bilder dafür finden sich in der Bibel, etwa im Psalm 23. Die poetisch-religiösen Texte der Psalmen, gut 2.500 Jahre alt, werden in Judentum und Christentum gesungen und gebetet. Und Psalm 23 ist für katholische Gottesdienste am 15. März vorgesehen. Der Salzburger Erzabt Jakob Auer fühlt sich durch diesen Text animiert, immer wieder darüber nachzudenken, "wo sind die Ruheplätze, die Weiden, die Gott mir schenken möchte, damit ich voller Zuversicht - auch durch Bedrängnisse hindurch - den Weg meines Lebens gehen kann". Der 1991 in Salzburg geborene katholische Theologe und Priester wurde am 15. Februar 2025 vom Wahlkapitel der Erzabtei St. Peter zum Erzabt gewählt.
Appetit auf Frieden - Gedanken zu Fastenwochen in Zeiten des Kriegs
Eigentlich wollte der Journalist und Schriftsteller Herbert Maurer Gedanken zu den in diesem Jahr gleichzeitig begangenen christlichen und muslimischen Fastenwochen, zu Fastenzeit und Ramadan, aufs Papier und zu Gehör bringen. Doch dann ist der Krieg im Nahen Osten ausgebrochen, was für manche Muslime das Fasten relativiert: Wenn das Fasten die Fähigkeit zur Selbstverteidigung oder das Überleben gefährdet, kann es ausgesetzt und nachgeholt werden, heißt es. Herbert Maurer meint, Menschen sind dazu angehalten, in Zeiten des Fastens zu lernen, in dem sie in sich hinein hören und ihre Heiligen Schriften neu lesen. Es gehe um eine Einübung in die Zukunft. Das "Fasten-Fest", es könnte Appetit machen - auf Frieden.
"Fighting Dusman" - Wenn Erinnerungen und Erfahrungen der Welt vor Augen geführt werden
Das Wort dusman oder dosman bedeutet etwa auf Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Türkisch - und auf Farsi "Feind", "Gegner" oder "Widersacher". Als die mehrsprachigen Mitglieder der Theatergruppe "Die Fremden" ihr neuestes Stück "Fighting Dusman" auf Basis ihrer Erlebnisse erarbeiteten, war die jüngste Situation im Iran und im Nahen Osten ein bloßes Ahnen. Mittlerweile sind prophetische Züge des unter der Regie von Dagmar Ransmayr auf die Bühne gebrachten Geschehens zu erkennen. Der Kampf gegen einen scheinbar unbesiegbaren Feind ist eine Ebene der Produktion, die Erzählung von Freundschaft, Mut und Loyalität eine andere. Ursula Unterberger hat mit einem Ensemblemitglied, der Exil-Iranerin Yasmin Navid, über das Stück und ihr Leben gesprochen.
Service
Elisabeth Birnbaum: Wege durch den Bibelwald (illustriert von David Kassl), Wiener Dom Verlag
Aspekte der Bibel
Theatergruppe "Die Fremden"
