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Von "A wie Anna" bis "Z wie Zita"

Entnazifiziert, weiblicher, effizienter. Über Österreichs neues Buchstabieralphabet


2022 machte Deutschland den Anfang und entwickelte ein neues Buchstabieralphabet. Man wollte sich damit vor allem von der Tabelle der Nationalsozialisten distanzieren. Diese hatten 1933 die jüdisch klingenden Namen David, Jacob, Nathan, Samuel und Zacharias aus der Liste entfernt und durch Dora, Jot, Nordpol, Siegfried und Zeppelin ersetzt. Deutschlands neues Buchstabieralphabet verwendet jetzt - vom Buchstaben Ypsilon abgesehen - ausschließlich deutsche Städtenamen. Darunter auch Goslar, Ingelheim und Quickborn. Für Österreich völlig unbrauchbar, meinte der Grazer Linguist Rudolf Muhr und trommelte eine siebenköpfige Kommission zusammen, um ein eigenes, österreichisches Alphabet zu schaffen. Seine Idee war es, das Alphabet für Schülerinnen und Schüler so einfach wie möglich zu gestalten und möglichst nur zweisilbige, zeitgemäße Namen zu verwenden. Außerdem wollte er mehr Frauennamen in die Liste bringen. So wurde etwa aus Konrad Karin, aus Richard Rosa und aus Theodor Tina. Das Ergebnis wurde erstmals in der Neuauflage des Österreichischen Wörterbuchs im Juni 2025 veröffentlicht.

Gestaltung: Jonathan Scheucher
Redaktion: Lukas Tremetsberger

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