Radiokolleg

Die Sudetendeutschen. Offene Wunden (3)

Nasi Nemci. Unsere Deutschen

Jahrhundertelang lebten Deutsche und Tschechen neben- und miteinander. Böhmische Fürsten luden deutsche Siedler ab dem 12. Jahrhundert ein, die dünn besiedelten Gebiete zu entwickeln, insbesondere die reichen Bergregionen. Das führte zu einer starken deutschen Präsenz. In Städten und Grenzgebieten erlangten Deutschsprachige im Habsburgischen Reich eine dominante Stellung. Sie prägten die Stadtentwicklung, viele Städte wie Brünn oder Prag waren hauptsächlich deutschsprachig. Innerhalb des österreichischen-ungarischen Kaiserreichs nahmen sie oft eine bevorzugte Stellung ein, besonders in Verwaltung, Wirtschaft und Bildung, was zu Spannungen mit der tschechischen Nationalbewegung führte. Nach 1918 bildeten die Deutschböhmen und Deutschmährer eine große Minderheit in einem tschechisch dominierten Staat, was zu politischen Konflikten und dem Wunsch nach Autonomie führte.
Dennoch gab es eine weitgehend friedliche Koexistenz, die Sudetendeutschen wurden von den Tschechen "Unsere Deutschen" genannt.

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