Radiokolleg

Technik und Macht (1)

Die Mathematisierung von Macht

Das "Radiokolleg" befasst sich mit dem Verhältnis von Technik und Macht - beginnend mit der Zeit der Aufklärung, in der Staaten erstmals als "mathematische Räume" und große Maschinen verstanden wurden. Die Geschichte des technokratischen Denkens führt bis in die Gegenwart, in der China auf Grundlage kybernetischer Modelle zu regieren versucht, das Department of Government Efficiency (DOGE) in den USA mittels Algorithmen Kürzungen vornimmt und in Albanien eine KI als virtuelle Ministerin angelobt wurde.

Der amerikanische Politikwissenschafter und Anthropologe James C. Scott zeichnete in seinem 1998 erschienenen Buch "Seeing Like A State" nach, wie der moderne Staat aus der Aufklärung heraus entstand - indem er damit begann, Maß zu nehmen, das heißt: einheitliche Maße zu entwickeln und möglichst alles im Staate zu quantifizieren, um auf dieser Grundlage dann Maßnahmen zu setzen. Aus diesem Geist heraus wurden auch die USA kurz nach ihrer Gründung mit einem einheitlichen Raster überzogen - so sollte ein leerer "mathematischer Raum" als Grundvoraussetzung für eine neue Staatlichkeit und echte Freiheit geschaffen werden.

Gestaltung: Richard Brem

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