Stimmen hören

Mitgestalter einer "goldenen Ära"

Bernhard Klee als Dirigent und Liedbegleiter

Norman Lebrecht, Branchenkenner und Autor von "Der Mythos vom Maestro", nannte ihn einen "Golden-Age conductor": Bernhard Klee, den deutschen Pianisten und Kapellmeister, der Ende 2025 knapp vor seinem 90.Geburtstag starb. Bei uns ist Bernhard Klee am ehesten als "der Mann von Edith Mathis" in Erinnerung, weil er die Schweizer Sopranistin bei vielen Gelegenheiten am Klavier begleitete und, mit Schwerpunkt Mozart und romantische Spieloper, etliche Opernaufnahmen mit ihr betreute. Aber so wie Richard Bonynge und Henry Lewis bei näherer Betrachtung viel mehr "draufhatten" als bloß die dirigierenden Gemahle von Joan Sutherland und Marilyn Horne zu sein, war auch der Radius von Bernhard Klee ein wesentlich weiterer, von seiner 100%igen Professionalität ganz abgesehen. Klee war einer der frühen Proponenten der Zemlinsky-Renaissance; er überzeugt mit rarem Schumann und Mendelssohn ebenso wie mit Beethovens "Christus am Ölberge". Und Otto Nicolais "Lustige Weiber von Windsor" sind nicht feinsinniger und beherzter musziert denkbar als mit Bernhard Klee am Pult, und mit Edith Mathis und Helen Donath, Peter Schreier, Bernd Weikl und Kurt Moll vor den Solo-Mikrophonen.

Sendereihe

Gestaltung

  • Chris Tina Tengel