Im Gespräch
Engin Çatik, Schulleiter "Problemschule" Berlin
im Gespräch mit Armin Wolf
10. April 2026, 16:05
Die Friedrichs-Bergius-Schule in Berlin ist eine sogenannte Brennpunkt-Schule. Mit vielen Kindern aus sozial benachteiligten Verhältnissen und einem hohen Migrationsanteil. Das ist in Berlin nicht selten. Aber Ende 2024 galt die Bergius-Schule als "schlimmste Schule Deutschlands". Das Lehrer-Kollegium klagte in einem siebenseitigen "Brandbrief" über die "bedrohliche Gewaltbereitschaft und verbale Übergriffe" von Schülern, über "massive Verhaltensauffälligkeiten und asoziales Unterrichtsverhalten". Ein Drittel des Lehrkörpers war regelmäßig krankgeschrieben. Der benachbarte Supermarkt engagierte einen Wachdienst. Anfang 2025 ernannte die Schulverwaltung einen neuen Direktor. Engin Çatik hatte zuvor bereits eine andere "Problemschule" saniert. Seit gut einem Jahr führt er die Bergius-Schule nun mit Konsequenz, Vertrauen und "zugewandter Autorität". Engin Çatiks Erfolg sorgt in ganz Deutschland für Aufmerksamkeit. Das Milieu seiner Schüler und Schülerinnen kennt der türkischstämmige 39-Jährige als Sohn einer alleinerziehenden Mutter und eines Vaters, der zeitweise im Gefängnis saß. Heute weiß er: "Ich kann Krise."
