Milena Jesenská

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Milena Jesenská, Kafkas erste Übersetzerin

Viele kennen Milena Jesenská vor allem als Kafkas Brieffreundin. Sie war aber viel mehr als das: Jesenská hat nicht nur Kafka ins Tschechische übersetzt, sondern auch andere Autor:innen. Sie war eine brillante Journalistin, Mutter einer Tochter, die später auch Schriftstellerin wurde, und eine furchtlose Widerstandskämpferin. Ihr Leben war wendungsreich und ihr Tod dramatisch.

Geboren 1896 im vielsprachigen Prag, wächst Jesenská in einer Zeit auf, die Freiheit und Fortschritt verheißt. Doch dieses Versprechen erweist sich als brüchig. Früh rebelliert sie gegen bürgerliche Konventionen, wird wegen einer Liebesbeziehung zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg lebt sie im Wiener Exil, arbeitet als Journalistin und Übersetzerin und beginnt den berühmten Briefwechsel mit Franz Kafka, dessen Werk sie maßgeblich ins Tschechische überträgt.

Als Journalistin warnt Jesenská vor dem Nationalsozialismus, hilft Verfolgten bei der Flucht und geht schließlich in den Widerstand. 1939 wird sie verhaftet, 1940 ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert, wo sie 1944 stirbt. 1994 wird sie in Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern" geehrt.

Die Skandalistin.
Aus dem Leben und Werk von Milena Jesenská, Kafkas erster Übersetzerin
Feature von Christine Marth

Mit den Stimmen von: Martina Ebm, Irina Wanka, Till Firit, Eva Mayer, Lilith Häßle, Karin Linortner und Andreas Maurer
Ton: Anna Kuncio
Redaktion: Claudia Gschweitl

Service

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Milena Jesenská: Prager Hinterhöfe im Frühling. Feuilletons und Reportagen 1919-1939, herausgegeben von Alena Wagnerová, übersetzt von Kristina Kallert, Göttingen: Wallstein 2020.

"Ich hätte zu antworten tage- und nächtelang." Die Briefe von Milena, herausgegeben von Alena Wagnerová, Frankfurt am Main: Fischer 1999.

Franz Kafka: Briefe an Milena, erweiterte Neuausgabe, Frankfurt am Main: Fischer 1986.

Jana Cerná: Milena Jesenská, übersetzt von Reinhard Fischer, Frankfurt am Main: Verlag Neue Kritik 1985.

Jana Cerná: Kollektive Einsamkeit, ("Es waren nicht meine Kinder" und "Heldentum ist Pflicht"), übersetzt von Martina Lisa, Wien und Prag: Ketos 2025.

Marie Jírasková: Kurzer Bericht über drei Entscheidungen. Die Gestapo-Akte Milena Jesenská, übersetzt von Kathrin Liedtke, Frankfurt am Main: Verlag Neue Kritik 1996.

Alena Wagnerová: "Sie war ein lebendiges Feuer. Milena Jesenskás Briefe aus dem Gefängnis", in: Neue Rundschau, 126. Jahrgang 2015, Heft 2, S. 7-40.

Margarete Buber-Neumann: "Sterben allein ist zu wenig". Milena Jesenská. München: List 2001.

Alena Wagnerová: Milena Jesenská. Biographie, Frankfurt am Main: Fischer 1997.

Sendereihe

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Moriarty
Titel: Milena
Album: Epitaph
Ausführende: Moriarty
Länge: 07:56 min
Label: Air Rytmo

Komponist/Komponistin: dné
Titel: Basic Living
Album: Basic Living
Ausführende: dné
Länge: 02:12 min

Komponist/Komponistin: dné
Titel: Thanks For Getting Me Home
Album: Basic Living
Ausführende: dné
Ausführende: Floex
Länge: 04:26 min

Komponist/Komponistin: dné
Titel: Illnesses Are Dumb
Album: Basic Living
Ausführende: dné
Ausführende: Josef Hradilek
Länge: 00:33 min

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