APA-IMAGES/AKG-IMAGES
Im Fokus - Religion und Ethik
Wie sich England vom Papst getrennt hat
Aktuell im Fokus: Papst Leo besucht Afrika +++ Thema im Fokus: Ein Scheidungskrieg - Wie sich England vom Papst getrennt hat +++ Serie: Basiswissen Religion - Entstehung der Hindu-Traditionen +++ Moderation: Judith Fürst
15. April 2026, 16:05
Aktuell im Fokus: Papst Leo besucht Afrika
Papst Leo XIV. befindet sich auf seiner bislang längsten Auslandsreise durch vier afrikanische Staaten - mit einem historischen Auftakt in Algerien. Als erster Papst überhaupt besucht er das nordafrikanische Land und setzt dort ein starkes Zeichen für interreligiösen Dialog und Frieden. In der Großen Moschee von Algier, einer der größten weltweit, ruft er zu Freiheit und Versöhnung auf. Neben politischen und gesellschaftlichen Botschaften ist die Reise für Leo auch von persönlicher Bedeutung: Als Augustiner folgt er den Spuren des Kirchenvaters Augustinus, der im heutigen Algerien geboren wurde. Begegnungen mit der kleinen katholischen Gemeinde sowie Besuche bedeutender religiöser Stätten wie Notre Dame d'Afrique und Hippo unterstreichen die symbolische Kraft der Reise. Während in Algerien die rund 9.000 Katholikinnen und Katholiken eine religiöse Minderheit sind, werden in weiteren Stationen wie Angola hunderttausende Gläubige zu den Gottesdiensten des Papstes erwartet. Aus Algerien berichtet Cornelia Vospernik.
Mit dem katholischen Theologen Franz Gmainer-Pranzl vom Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen in Salzburg spricht Alexandra Mantler über die Afrikareise von Papst Leo XIV., wie der Papst zwischen Kritik und Diplomatie balanciert und welche wachsende Bedeutung Afrika für die Zukunft der Weltkirche hat. Thematisiert wird dabei auch die Bedeutung des Besuchs für den christlich-islamischen Dialog, die Rolle der katholischen Kirche in Konflikten, sozialer Ungleichheit und im Umgang mit autoritären Regimen und wie sie ihre eigene koloniale Vergangenheit aufarbeiten sollte.
Thema im Fokus: Ein Scheidungskrieg - Wie sich England vom Papst getrennt hat
Begonnen hat alles mit einem königlichen Scheidungskrieg, der die Eheprobleme von Charles und Diana klar in den Schatten stellt: Im Jahr 1533 sah sich König Heinrich VIII. gezwungen, die Verbindungen zum Papst in Rom zu kappen, um Anne Boleyn doch noch heiraten zu können - die ihm endlich den politisch erforderlichen Thronerben schenken sollte. Drei Päpste hintereinander hatten dem König die Annullierung seiner Ehe mit Katharina von Aragón verweigert - aus einer komplexen Mischung aus theologischen, kirchenrechtlichen und machtpolitischen Erwägungen, obwohl es gute Gründe dafür gegeben hätte. Letztlich machte sich dann Heinrich zum Oberhaupt seiner eigenen Kirche.
In der Folge entwickelte sich in England unter dem Einfluss der Reformation eine neue christliche Tradition, ein Mittelweg zwischen katholischer und protestantischer Tradition, die sich mit dem "British Empire" in alle Welt ausbreiten sollte: Heute bekennen sich 60 bis 80 Millionen Christinnen und Christen zu einer "anglikanischen" Kirche. Zur Kirche von England selbst gehören nicht einmal mehr die Hälfte der 60 Millionen Engländerinnen und Engländer.
Dafür liegt der Frauenanteil im Klerus (Diakone, Priester und Bischöfe) bei 36 Prozent. Und am 25. März wurde zum ersten Mal eine Frau in das höchste geistliche Amt eingeführt: Sarah Mullally ist die erste Erzbischöfin von Canterbury. An der Spitze der Kirche steht seit dem Tod von Queen Elizabeth II. wieder ein Mann - König Charles III. als "Supreme Governor of the Church of England".
Vor 400 Jahren hat die Trennung vom Papst dem König kein eheliches Glück gebracht. Die Ehe mit Anne Boleyn brachte wiederum "nur" eine Tochter hervor - die spätere Königin Elisabeth I. Eine Sendung im Vorfeld des 100. Geburtstags von Queen Elizabeth II. - Gestaltung: Markus Veinfurter
Serie: Basiswissen Religion - Entstehung der Hindu-Traditionen
Die ersten Spuren führen ins Jahr 1750 vor unserer Zeitrechnung - knapp 4000 Jahre später versuchen drei Religionswissenschaftler:innen von der Universität Wien, Licht ins Dunkel der Geschichte zu bringen. Wie sind die Hindu-Religionen entstanden und warum hat es "den Hinduismus" nie gegeben? - Gestaltung: Ursula Unterberger
Service
Papst Leo XIV., "Frieden. Erste wegweisende Botschaften des neuen Papstes", Kösel 2025
