DELPHINE MIGUERES/CC BY-SA 3.0
Zeit-Ton extended
In memoriam Eliane Radigue
Eliane Radigue: Pionierin der elektronischen Musik
24. April 2026, 23:03
Die französische Komponistin Eliane Radigue ist am 23. Februar 2026 im Alter von 94 Jahren in Paris verstorben. Eliane Radigue hat die elektronische, insbesondere die akusmatische Musik entscheidend mitgeprägt: Sie war eine der Pionierinnen, die sich im Paris der 1950er Jahre mit der musique concrète beschäftigten. Damals arbeitete sie als Assistentin des Komponisten und musique concrète-Pioniers Pierre Henry in dessen neugegründetem Pariser Studio. Durch mehrere Aufenthalte in den USA und durch ihre Ehe mit dem Objektkünstler Arman knüpfte Radigue Verbindungen zur dortigen Kunstszene und entdeckte den analogen Synthesizer ARP 2500 als ihr Hauptinstrument.
Er prägte den Stil ihrer meditativen, minimalistischen Kompositionen über Jahre hinweg. Mit ihrem letzten elektronischen Stück "L'ile resonante", das sie im Jahr 2000 komponiert hat, gewann sie 2006 die Goldene Nica des Prix Ars Electronica. Seither beschäftigte sich die Komponistin ausschließlich mit instrumentaler Musik und arbeitete mit namhaften Interpret:innen zusammen. Damit habe sie endlich das gefunden, was sie in der elektronischen Musik immer gesucht hatte, erzählte sie 2017 im Interview.
In der zweiten Stunde dieses "Zeit-Ton extended" widmen wir uns "La Trilogie de la Mort", die sie zwischen 1985 und 1993 komponierte. "La Trilogie de la Mort" ist fast drei Stunden lang und gilt als Radiugues Meisterwerk. Sie schuf es mit dem ARP-Synthesizer. Es ist eine ausgedehnte klangliche Meditation über Leben, Tod und Wiedergeburt - tief verwurzelt in ihrer tibetisch-buddhistischen spirituellen Praxis.
Sendereihe
Gestaltung
- Astrid Schwarz
