Apropos Klassik

Dirigent, Mediziner, Forscher

Zum 25. Todestag von Giuseppe Sinopoli

Am 20. April 2001 verstarb Giuseppe Sinopoli während einer "Aida"-Aufführung an der Deutschen Oper Berlin an einem Herzinfarkt. Zum 25. Todestag erinnert wir an den venezianischen Musiker, der neben seiner künstlerischen Ausbildung auch Studien der Medizin und Psychiatrie sowie der Archäologie absolvierte. Er studierte Komposition unter anderem bei Bruno Maderna in Darmstadt. In Wien belegte er Kurse beim legendären Dirigierlehrer Hans Swarowsky. In den 1970er Jahren trat er zunächst mit eigenen Werken auf Festivals für Neue Musik an die Öffentlichkeit.

Als Dirigent widmete sich Sinopoli schwerpunktmäßig den Opern von Verdi und Puccini sowie des deutsch-österreichischen Kernrepertoires, das von Schubert und Wagner über Mahler und Strauss bis zur Zweiten Wiener Schule reichte. Er leitete das Philharmonia Orchestra in London und war ab 1992 Chefdirigent der Staatskapelle Dresden. Intellektuelle Durchdringung und strukturelle Transparenz: diese Beschreibungen wurden oft im Zusammenhang mit seinen Interpretationen verwendet. Giuseppe Sinopoli verstarb im Alter von nur 54 Jahren - nur wenige Tage vor der Verteidigung seiner Promotion in Archäologie an der Universität La Sapienza in Rom.

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