Küken in einer Handfläche

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Diagonal

Diagonal zum Thema: Care. Vom Pflegen, Kümmern und Bewahren

Care bedeutet mehr als Pflege. Es meint das Sorgen um andere und um sich selbst, aber auch das Bewahren dessen, was zu verschwinden droht.

Es ist schwer, einen inhaltlich so umfassenden, gleichbedeutenden deutschen Begriff zu finden, also bleiben wir beim englischen "Care", inspiriert auch von Clara Heinrichs Buch Pusztagold. Die junge österreichische Autorin entfaltet in ihrem Langessay so poetisch wie alltagsrealistisch die vielen Aspekte von Care - als körperliche und emotionale Arbeit am Wohlergehen anderer Lebewesen, in ihrem Fall die Pflege ihres Partners, der an chronischem Fatigue Syndrom erkrankt ist. Es sei ein Bereich, der gern Frauen überlassen und dadurch feministisch diskutiert wird, als oft unsichtbare Voraussetzung gesellschaftlichen Funktionierens. Gleichzeitig weiten wir den Blick auf Formen der Sorge, die über den Menschen hinausreichen: auf ökologische Verantwortung, auf Saatgutpflege, auf die Frage, wie eine verletzliche Welt erhalten werden kann. Care ist dabei nicht nur private Geste, sondern auch politische Haltung - um der entfesselten oder einfach ignoranten Zerstörungsbereitschaft so mancher Regierenden etwas entgegenzuhalten, das zutiefst im Menschsein angelegt ist und längst nicht nur im weiblichen.

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  • Ines Mitterer