U-Bahnstation der Linie U6 und Straßenbahn Haltestelle Gumpendorfer Straße in Wien

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Punkt eins

Drogen: Schutzzone, Verbote, Streetwork

Wie Städte mit Drogen-Schauplätzen umgehen. Gäste: Harald Steer, Betriebsratsvorsitzender in der Suchtklinik Anton Proksch Institut, Gesundheitssprecher Gewerkschaft vida Wien & Eckhart Falkensteiner, Sozialarbeiter in der Drogenberatung Salzburg, Präventionsbeauftragter der Suchthilfe Salzburg. Moderation: Marina Wetzlmaier. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Mit einer neuen Schutzzone will die Stadt Wien den Drogenhandel rund um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße bekämpfen, auch eine großflächigere Alkoholverbotszone in der Gegend ist geplant. Das Gebiet um die U-Bahn-Station war in den vergangenen Monaten in Verruf geraten. Anrainer:innen und Passant:innen waren beunruhigt, weil sich dort die Dealerszene verfestigt hatte, in der Nähe einer Einrichtung der Suchthilfe Wien, in der suchterkrankte Menschen Unterstützung bekommen: Sie werden dort sozialarbeiterisch und medizinisch versorgt, können Spritzen tauschen, sich über Therapiemöglichkeiten informieren und in der Notschlafstelle übernachten.

Dieses Angebot bleibt für die Klient:innen trotz Schutzzone zugänglich, die am 8. Mai eingeführt wird und zunächst für sechs Monate gilt. Die Polizei kann aus dieser Zone jedoch leichter Personen wegweisen. Die Maßnahmen sollen das "subjektive Sicherheitsgefühl" der Menschen stärken, so der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Die Polizei und der Sicherheitsdienst der Wiener Linien werden jeweils mit fixen Standposten in der Station vor Ort sein. Zusätzlich soll die mobile Suchthilfe ausgebaut werden, heißt es.

In der Stadt Salzburg wird rund um den Hauptbahnhof das Streetwork-Angebot aufgestockt - eine Reaktion auf Berichte, wonach eine Gruppe von Männern gezielt minderjährige Mädchen mit Kokain, teils auch Heroin, angesprochen hatte. Ende März nahm die Polizei einen 44-Jährigen fest, der Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren in seine Wohnung gelockt haben soll. Eine 14-Jährige schilderte gegenüber den Salzburger Nachrichten, dass es ein Dutzend solcher Wohnungen gab, in denen es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein soll. Teilweise ließen sich die Mädchen auch überreden nach Wien mitzufahren, wo ihnen mehr Drogen versprochen wurden.

Der Drogenkonsum wird risikoreicher und die Zahl der jungen Opfer steigt, lässt sich aus dem aktuellen "Bericht zur Drogensituation 2025" ableiten, der am Montag präsentiert wurde. Gefährlich ist nicht nur die Dosis, sondern auch, dass mehrere Suchtmittel gemischt werden - mit tödlichen Folgen, wie im Fall von drei Mädchen in Tirol, die erst 13, 14 und 16 Jahre alt waren.

Was tun Städte gegen diese Entwicklungen? Wie gehen sie mit Orten um, die aufgrund von Drogendelikten in den Fokus geraten? Warum sind es oft Verkehrsknotenpunkte, Bahnhöfe oder andere öffentliche Plätze, wie Parks? Was bringen Alkoholverbote? Welche Versorgung brauchen Menschen mit Suchterkrankungen? Was kann präventiv getan werden? Wie wirken sich Budgetkürzungen auf die Drogenarbeit aus?

Darüber diskutiert Marina Wetzlmaier mit Harald Steer, Betriebsratsvorsitzender und diplomierter psychiatrischer Krankenpfleger in der Suchtklinik Anton Proksch Institut in Wien, und Eckhart Falkensteiner, diplomierter Sozialarbeiter in der Drogenberatung Salzburg sowie Präventionsbeauftragter bei der Suchthilfe Salzburg.

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