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Moment
Die Magie alter Pflanzensamen
Von burgenländischen Bohnen und olympischen Eichen
4. Mai 2026, 15:30
Vor zehn Jahren machte sich der burgenländische Lebensmitteltechnologe Roland Pöttschacher auf die Suche nach einer rot-weiß gescheckten Bohnensorte, die er aus seiner Kindheit kannte. Seine Großeltern hatten sie angebaut und jeden Freitag daraus Strudel gebacken. Nachdem die Sorte nirgends mehr aufzutreiben war, startete er in seinem Heimatdorf Loipersbach einen Aufruf, ihm alte Bohnensorten zukommen zu lassen. Im Laufe der Jahre erreichten Roland Pöttschacher 25 verschiedene Bohnensorten aus dem ganzen Burgenland, von denen die meisten vom Aussterben bedroht sind. Drei davon sind seit vergangenem Jahr von Slow Food geschützt.
Mit alten Pflanzen und ihren Samen beschäftigt sich auch der in Wien lebende, deutsche Künstler Christian Kosmas Mayer. So erfuhr er, dass bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin den Goldmedaillen-Gewinnern Eichensetzlinge überreicht worden waren. Er begann zu recherchieren, was aus den Jungbäumen von damals geworden war. Eine der Eichen fand er in Los Angeles, am ehemaligen Wohnort des Athleten, der sie gewonnen hatte. Christian Kosmas Mayer durfte einige Eicheln entnehmen und zog daraus kleine Bäume, die er in mehreren Ausstellungen präsentierte.
Service
Ausstellung: "Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures"
KunstHausWien, 10.04.2026 bis 14.02.2027
Sendereihe
Gestaltung
- Jonathan Scheucher
