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Zeit-Ton
Georg Baselitz und die Musik
In memoriam: Der Maler Georg Baselitz über das Verhältnis der Künste
4. Mai 2026, 23:03
Der Maler, Grafiker und Bildhauer Georg Baselitz ist am 30. April 2026 im Alter von 88 Jahren verstorben. Baselitz zählte zu den großen Meistern der Moderne. Seit 2015 hatte er auch die österreichische Staatsbürgerschaft besessen und Salzburg zu seiner Wahlheimat gemacht. Über die Jahrzehnte wandelte er sich vom Provokateur zum Doyen seiner Zunft.
Vor einem halben Jahrhundert hat Baselitz (geboren 1938) seine Bilder und damit die Kunstwelt auf den Kopf gestellt. Beim Festival Wien Modern 2022 teilte der Maler mit dem Publikum aber nicht nur seine Leidenschaft für virtuose Pinselstriche, sondern als Kurator auch jene für die Musik. Nicht umsonst hatte Baselitz für die Wiener Staatsoper im selben Jahr auch das Plakat zum Opernball und das Werk "Wienmusik" anschließend für einen wohltätigen Zweck versteigern lassen.
Über den Jazz hatte sich Baselitz der Neuen Musik angenähert. Insbesondere Streichquartette hatten es ihm dabei angetan. Am liebsten fein dosierte, radikale. Und die hörte er gerne zwischendurch, beim Nickerchen. Da wirke die Inspiration subliminal, wie er in einem Gespräch im Rahmen von Wien Modern erzählt hatte.
Andreas Maurer hat aus dieser Wien Modern-Gesprächsreihe und weiteren Ö1 Archivaufnahmen mit Georg Baselitz eine "Zeit-Ton"-Sendung zusammengestellt, die wir nun aus Anlass des Ablebens des Künstlers wiederholen. Ein Brückenschlag von der Musik zur Malerei, bei dem sich die Bilder der Gegenwart zu Klang verdichten.
(Wiederholung vom 9. Mai 2023)
