Radiogeschichten

Cankar zum 150. Geburtstag

"Das Haus der Barmherzigkeit" von Ivan Cankar. Aus dem Slowenischen neu übersetzt von Erwin Köstler. Es liest Heinrich Baumgartner.

Am 10. Mai jährt sich der Geburtstag des bedeutendsten slowenischen Schriftstellers und Dramatikers der Moderne zum 150. Mal. Ivan Cankar gilt als Begründer der slowenischen Prosa. Erwin Köstler hat jetzt auch den Roman "Das Haus der Barmherzigkeit" neu übersetzt. 1904 erstmals erschienen, erzählt Cankar von den Zuständen einer Einrichtung, in der schwer kranke Mädchen wie Maltschi behandelt werden sollen. Kein Krankenhaus wie wir es heute kennen, auch kaum Barmherzigkeit, dafür viel Zwang, Erniedrigung und Angst.
Cankar lässt diese Atmosphäre wieder auferstehen, man lebt mit der kleinen Maltschi und den anderen Kindern mit. Literatur, die weh tut, Bilder, die sich im Gehirn einnisten. Große Literatur erzählt davon, wie es vor rund 120 Jahren in Wien war. Zur Jahrhundertwende also, als aus allen Richtungen Menschen in diese Stadt kamen, um wenn nicht schon ein Glück, dann wenigstens ein Auskommen zu finden.

Ivan Cankar
10. Mai 1876 in Vrhnika/Oberlaibach (Österreich-Ungarn) geboren, 11. Dezember 1918 in Ljubljana (Königreich Jugoslawien) gestorben.
Die längste Zeit verbrachte er in Wien. Manche seiner Romane spielen auch in dieser Stadt. Der Schriftsteller lebte insgesamt elf Jahre in Ottakring. Ivan Cankar war ein Vielschreiber, einer der ersten Autoren Sloweniens, der als Berufsschriftsteller gelten kann.


Erwin Köstler
1964 in Trier geboren. Studium der Medizin und Slowenistik an der Universität Wien. Erste Übersetzungen von Ivan Cankar ab 1994. Bekannt wurde Köstler auch durch Übersetzungen von Srecko Kosovel und Slavko Grum sowie zeitgenössischer slowenischer Autoren wie Franjo Francic.

Service

"Das Haus der Barmherzigkeit", Ivan Cankar, Roman, aus dem Slowenischen neu übersetzt von Erwin Köstler, Edition Meerauge

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