Spielräume
In Sachen Musette: Les Primitifs du Futur
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Die Urmenschen der Zukunft sind zurück
12. Mai 2026, 17:30
Dominic Cravic, Gitarrist, Ukulele-Spieler, Sänger, Komponist und Arrangeur beschäftigt sich seit über 50 Jahren mit französischer Popularmusik aus dem 20.Jahrhundert. Zutiefst Pariserische Formen wie die Musette liegen ihm besonders am Herzen. Diese Zuneigung äußert sich auch in der feinsinnigen Ironie, mit der Cravic dem Genre begegnet. Schließlich ist die Musette längst auch ein touristisches Versatzstück für Pariser Klischees.
Wenn Cravic nun "Les Crimes du Musette" herausbringt, ist das die Fortsetzung einer Arbeit, die bis in die 1980er Jahre zurückgeht. Damals lernte Cravic den Karikaturisten und passionierten Banjo-Laien Robert Crumb kennen. Crumbs unverwechselbare Handschrift prägt seither die Covers der Band "Les Primitifs du Futur".
Cravic ruft diese "Urmenschen der Zukunft" eher selten zusammen. Die letzte CD wurde 2011 veröffentlicht. Es handelt sich auch weniger um eine Band als vielmehr um ein Kollektiv, eine bunte Mischung an über 70 Musiker:Innen, deren Beteiligung stark variiert. Manche spielen gerade mal bei einem Stück mit, andere sind intensiver vertreten, wie die Sängerin Claire Elzière oder der Klarinettist Bertrand Anger.
Dominic Cravic, der demnächst seinen 80.Geburtstag feiert, hat immer schon die multikulturelle Atmosphäre der Stadt Paris in seine Musik aufgenommen. Das geht von nordafrikanischen Einflüssen bis zu karibischen und indischen Elementen. Immer wieder tauchen berühmte Stücke aus allen Richtungen auf: "The Lion sleeps tonight" erklingt mit Dudelsack und Banjo, "Take Five" als elegantes Chanson.
