Memo - Ideen, Mythen, Feste

Die Scheidung des Jahrtausends

Macht und Herrlichkeit - Der Ö1-Popecast, Staffel 2, Folge 3: Wie sich die Kirche von England vom Papst getrennt hat

In Canterbury lenkt mit Sarah Mullally zum ersten Mal in der Geschichte eine Frau als Erzbischöfin die Geschicke der Kirche von England - und damit auch der anglikanischen Gemeinschaft mit 42 Mitgliedskirchen in aller Welt. Möglich wurde das nur, weil sich die Kirche von England schon vor 500 Jahren vom Papst in Rom getrennt hat.

Begonnen hat alles mit einer persönlichen Tragödie im Königshaus: Mindestens vier Schwangerschaften sind belegt - doch letztlich hat nur eine Tochter von König Heinrich VIII. und Katharina von Aragon überlebt.

Politisch ist das damals eine Katastrophe: Heinrich braucht einen Sohn als Erben. Er will daher die Ehe mit Katharina annullieren lassen. Dafür gäbe es auch gute Gründe - aber Papst Clemens VII. lässt sich in einem sieben Jahre währenden Kampf nicht überzeugen. Denn Katharina ist die Tante von Kaiser Karl V. - und den braucht der Papst als Verbündeten: im Kampf gegen die Reformation und für seine eigenen machtpolitischen Ambitionen in Italien. König Heinrich VIII. muss sich daher selbst zum Oberhaupt der Kirche von England machen, um seine neue Königin Anne Boleyn heiraten zu können.

Die Reihe "Memo" beleuchtet das komplexe Intrigenspiel rund um diese "Scheidung des Jahrtausends", welche Rolle die Reformation in dieser Kirchenspaltung gespielt hat - und warum Queen Anne Boleyn keine drei Jahre nach ihrer Krönung enthauptet worden ist.

Diese Ausgabe von "Memo" ist auch als Podcast abrufbar: als dritter Teil der zweiten Staffel von "Macht und Herrlichkeit - der Ö1-Popecast".

Sendereihe

Gestaltung

  • Lena Göbl
  • Markus Veinfurter