Celine Dion beim Song Contest, 1988

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Gedanken für den Tag

Ukraine beim ESC

von Kerstin Susanne Jobst, Historikerin

Mein besonderes Interesse an osteuropäischen Beiträgen beim Song Contest hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich Osteuropahistorikerin bin. Schon während meiner Studienzeit habe ich mich intensiv mit der Musik und Kultur dieser Region beschäftigt.

Damals war es allerdings noch gar nicht so einfach, an diese Musik heranzukommen - es sei denn, man reiste selbst dorthin. Und genau das habe ich getan: Während des Studiums bin ich oft nach Polen, in die Ukraine oder auch nach Russland gefahren, damals, als das noch problemlos möglich war. Dort habe ich Schallplatten und später auch CDs gekauft und diese Musik dann exzessiv gehört.

Um heute etwas über den Contest erzählen zu können, habe ich mir insbesondere ein Land genauer angesehen: die Ukraine. Dabei stehen vor allem die ukrainischen Siegerbeiträge im Mittelpunkt. Da wäre zunächst Ruslana mit "Dyki Tantsi", also "Wilde Tänze", die 2004 gewonnen hat - ein Jahr vor Beginn des Euromaidan. Ruslana spielte später auch während der Orangenen Revolution eine wichtige Rolle und engagiert sich bis heute politisch für die ukrainische Sache sowie gegen den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine.

Das gilt in gewisser Weise auch für die beiden anderen ukrainischen Siegerbeiträge. Zum einen für den Gewinner des Song Contests 2016: Jamalas "1944", über den ich morgen noch etwas ausführlicher sprechen werde. Und auch der dritte Siegertitel aus dem Jahr 2022, "Stefania" vom Kalush Orchestra, arbeitet stark mit folkloristischen Elementen.

Was ich in diesem Zusammenhang noch anmerken möchte: Diese drei ukrainischen Siegerbeiträge verstoßen im Grunde genommen alle zumindest teilweise gegen die offiziellen Regeln des Song Contests. Dass das kein politischer Wettbewerb ist, dass bestimmte Embleme, für die eine oder andere Nationalität oder gegen die andere Nationalität, eigentlich verboten sind. Umso erstaunlicher finde ich, dass insbesondere die Beiträge von Jamala und dem Kalush Orchestra - Ruslana vielleicht noch am wenigsten - dennoch sehr deutliche politische Aussagen transportieren. Beide Werke enthalten klar erkennbare antirussische, bzw. noch antisowjetische Komponenten.

Service

"Eurovision Song Contest. 70 Jahre Glitzer, Spaß und magische Momente", Prestel 2026

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Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Ruslana
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Oleksandr Ksenofontov
Album: VERY BEST OF EUROVISION SONG CONTEST - A 60TH ANNIVERSARY
Titel: Wild Dances / Ukraine Beitrag (Song Contest 2004 - Sieger)
Solist/Solistin: Ruslana
Länge: 03:01 min
Label: Universal 5360158 (3 CD)

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