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Zeit-Ton
Die prämierten Werke des 72. Rostrum of Composers
Erfolg für die Ö1 Einreichungen beim "Song Contest der zeitgenössischen Musik", dem reichweitenstärksten Wettbewerb für neue Kompositionen
17. Mai 2026, 20:58
Das International Rostrum of Composers ist so etwas wie der "Song Contest der zeitgenössischen Musik", gegründet 1954 und damit sogar zwei Jahre älter als der ESC. 23 Rundfunkstationen aus vier Kontinenten präsentierten vom 12. bis 14. Mai 2026 genau 40 Aufnahmen neuer Kompositionen. Austragungsort war heuer erstmals Riga (Lettland).
Die 72. Ausgabe des reichweitenstarken Wettbewerbs brachte einen Final-Erfolg für beide Ö1 Einreichungen. Die Siegerstücke kommen aus Serbien und aus Tschechien.
Große Breitenwirkung
Das Wort Rostrum ist lateinischer Herkunft und steht hier für die Tribüne, die man Radiomitschnitten von Kompositionen bieten will, die nicht älter als fünf Jahre sein dürfen.
Eine Tribüne mit großer Breitenwirkung: Alle teilnehmenden Radiostationen verpflichten sich, zumindest zwölf Werke, darunter auch die Siegerstücke, zu senden. Es ist ohne Zweifel die größte Plattform für den Austausch von Musik der Gegenwart: Etwa 700 Mal wurden die Werke des letzten Rostrum of Composers weltweit gesendet.
Ö1 Aufnahmen unter den prämierten Werken
Beide von Ö1 nominierten Aufnahmen wurden von der Jury in die Top Ten der "Recommended Works" gewählt. Österreich ist heuer zudem das einzige Land, das mit allen Einreichungen unter den prämierten Werken vertreten ist.
Die österreichischen Einreichungen spannen einen Bogen von den ersten zu den letzten Dingen: Christof Ressis "Am Anfang war das A", gespielt vom Black Page Orchestra und aufgenommen im Wiener Musikverein, sowie Katharina Roths "Tot ist das Mädchen", interpretiert vom Ensemble NeuRaum unter der Leitung von Bruno Strobl. Die Ö1 Aufnahme im Konzerthaus Klagenfurt produzierte das ORF-Landesstudio Kärnten. Roth war Composer in Residence, eingeladen vom Zentrum Zeitgenössischer Musik (ZZM).
Sieger aus Serbien
Als "Selected Work" und damit Siegerstück des Rostrum of Composers wurde "Stabat Mater" von Jug Markovic ausgezeichnet.
Die Kategorie von Komponierenden unter 30 Jahren gewann Hastal Hapka mit "Chlapec s sedivými rasami" (The Boy with Gray Eyelashes), eingereicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk Tschechiens.
Preis der Wiener Universal Edition
Ausgewählte Komponist:innen in der allgemeinen Kategorie und in der Kategorie von Komponierenden unter 30 Jahren erhalten den IRC-Preis in Form eines Stipendiums, das von RTP-Radio Television Portugal Antena 2 und der European Broadcasting Union - EBU Music unterstützt wird.
Darüber hinaus bietet die Wiener Universal Edition den in Riga präsentierten Komponist:innen die Möglichkeit, ihre Werke über den Online-Dienst SCODO zu veröffentlichen.
Traditionsreiches UNESCO-Projekt
Das Rostrum of Composers ist ein zentrales Programm des International Music Council der UNESCO in Paris. Die beteiligten Rundfunkstationen entsenden jeweils ein Jurymitglied. Für Österreich 1 war Rainer Elstner in Riga. Das Rostrum of Composers fand heuer das erste Mal in Lettland statt. Eingeladen hat der Lettische öffentlich-rechtliche Rundfunk (SLLC).
Unter den ersten Gewinnern der "Tribune internationale des compositeurs" finden sich (in weiterer Folge) prominente Namen wie Luciano Berio (1955), Witold Lutoslawski (1959, 1964), Georg Friedrich Haas (2000) und Helena Tulve (2004).
Service
International Rostrum of Composers
Sendereihe
Gestaltung
- Rainer Elstner
