Apropos Klassik
Eine Psalmen-Symphonie à la Francaise
Alttestamentarisches mit Musik des frühen 20. Jahrhunderts
23. Mai 2026, 15:05
In Anlehnung an die 1930 uraufgeführte "Symphonie de Psaumes" von Igor Strawinsky: drei unterschiedliche Psalm-Vertonungen für Soli, Chor und Orchester aus Frankreich, in denen sich der stilistische Übergang vom Impressionismus in die freitonale Moderne abbildet. Den Psalm 130 hat 1910, mit einer Revision kurz vor dem Ersten Weltkrieg, die jungvollendete Lili Boulanger in Musik gesetzt. Ein Werk in Größtbesetzung, zerklüftet, eindringlich, betörend. Wer eine ins geradezu Ekstatische abhebende Psalm-Version sucht, wird beim älteren Florent Schmitt fündig. Schmitt, heute gerade noch bekannt durch sein Ballett "La tragédie de Salomé", mischt auch in seinem "Psaume 47" von 1904 Exotisches in seine Farbenpalette. Mit alttestamentarischer Wucht und vergleichsweise kantigen Konturen setzt hingegen Albert Roussel den 80.Psalm vor uns hin - aus dem Jahr 1928, Dies-Irae-haft und weit entfernt vom klanglichen Sensualismus seiner "indischen" Oper "Padmavati". Roussels Psalm steht bereits im Stil-Nahebereich Igor Strawinskys: klingend bewegte Form geht vor Gefühl.
Sendereihe
Gestaltung
- Chris Tina Tengel
