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Europa-Journal
Moldau, Litauen, Schweiz, Griechenland
Moldau: Wie Russland Energie als Druckmittel benutzt +++ Litauen: Zwischen Sicherheitsbedrohung und Staatskrise +++ Schweiz: Die Neutralitätsdebatte kocht wieder hoch +++ Griechenland: Geflüchtete willkürlich als Schlepper verhaftet?
29. Mai 2026, 18:25
Moldau: Wie Russland Energie als Druckmittel benutzt
In Moldau geht Ende Mai eine wichtige Hochspannungsleitung in Betrieb, die das Land direkt mit Rumänien, und damit dem europäischen Stromnetz verbindet. "Independence Line" heißt die Leitung, die Moldau der Energie-Unabhängigkeit von Russland näherbringen soll. Bestehende Leitungen unterliegen vielen Risiken - verlaufen durch ukrainisches Kriegsgebiet oder durch die abtrünnige, von Russland kontrollierte Region Transnistrien. Wie steht es um die Energie-Souveränität Moldaus und welchen Tricks hat sich Russland in der Vergangenheit bedient, um Moldau mit Strom- und Gaslieferungen unter Druck zu setzen? Ein Gespräch mit Energieexperte Sergiu Tofilat, vom Thinktank "Watchdog.md" in Chi?in?u.
Litauen: Zwischen Sicherheitsbedrohung und Staatskrise
Russland vor der Tür, Streit im Inneren: Während es Drohnenflüge über dem Baltikum regelmäßig in westliche Schlagzeilen schaffen, ringt die Regierung in der Hauptstadt Vilnius mit Korruptionsvorwürfen, Streit um Medienfreiheit und populistischen Kräften in der Koalition. Ausgerechnet eines der proeuropäischsten Länder im Nordosten Europas wirkt verunsichert. Erlebt Litauen nur turbulente Monate oder ist es der Beginn einer tieferen politischen Krise? Markus Nowak berichtet aus Litauen.
Schweiz: Die Neutralitätsdebatte kocht wieder hoch
Die Schweiz beschäftigt sich wieder mit ihrer Neutralität. Im Herbst stimmt die Bevölkerung über einen Vorstoß aus dem rechtskonservativen Lager ab - demnach soll eine besonders strikte Form der "immerwährenden und bewaffneten Neutralität" in der Verfassung verankert werden. EU-Sanktionen gegen Russland würde die Schweiz dann etwa nicht mehr mittragen. Der Wahlkampf für diese umstrittene Neutralitätsinitiative ist in vollem Gange, berichtet Schweiz-Korrespondentin Bettina Prendergast aus Bern.
Griechenland: Geflüchtete willkürlich als Schlepper verhaftet?
Menschenrechtsorganisationen schlagen Alarm: in Griechenland werden immer mehr Geflüchtete bei ihrer Ankunft verhaftet, weil sie der Schlepperei bezichtigt werden. Die griechischen Gesetze gegen Schlepperkriminalität gelten als besonders streng. Es reicht etwa aus, kurz das Steuerrad des Flüchtlingsbootes gehalten zu haben, um dann als Schlepper angeklagt zu werden und teils lange Haftstrafen absitzen zu müssen. NGOs sehen darin eine systematische Kriminalisierung von Flüchtlingen. Rodothea Seralidou hat in Athen eine Veranstaltung mit Betroffenen besucht.
Moderation: Martha Georgiew
