Ö1 Jazznacht

Monika Herzig über "Transparent"

Pianistin und Musikwissenschaftlerin Monika Herzig im Gespräch; die LGBTQAI+ Community im Jazz

Die deutsche Pianistin, Komponistin und Autorin Monika Herzig lebt seit 1988 in den USA. Sie promovierte in Musikpädagogik mit Nebenfach "Jazz Studies" an der Indiana University Bloomington, wo sie drei Jahrzehnte lang lehrte. Seit dem Studienjahr 2022/'23 arbeitet Monika Herzig als Vizerektorin für Diversity & Internationales sowie als Hochschulprofessorin für Artistic Research an der JAM Music Lab-Privatuniversität in Wien.

Sie hat mehrere Alben mit ihrem Monika Herzig Acoustic Project vorgelegt und leitet das hochkarätige, ausschließlich aus Musikerinnen bestehende Jazzensemble Sheroes. Vor kurzem hat Herzig ihr neues Album "Transparent" beim New Yorker Label Key of B Records veröffentlicht, das die Problematik der Transphobie musikalisch einfängt. Es ist eines ihrer wichtigsten Alben geworden - Monika Herzig ist Mutter eines Transgender-Kindes. Im Ö1 Jazznacht-Gespräch mit Marlene Schnedl wird sie darüber erzählen.

Ein weiteres Thema ist Herzigs Forschungsgebiet: Jazz & Gender. Zurzeit arbeitet sie am Projekt "New Standards: A Real Book of Compositions by Female European Jazz Composers" im Rahmen des EU-Förderprogramms "Creative Europe". Die ausgewählten Kompositionen werden 2027 vom deutschen Verlag Schott Music im Leadsheet-Format veröffentlicht, ähnlich der 2022 erschienenen Sammlung "New Standards: 101 Lead Sheets by Women Composers" von Jazzschlagzeugerin Terri Lyne Carrington, Leiterin des "Berklee Institute of Jazz and Gender Justice" in Boston.

Außerdem tauchen wir in dieser Ö1 Jazznacht in die Geschichte der LGBTQAI+ Community im Jazz ein, deren Anfänge weit zurückreichen, trotzdem vergleichsweise unbekannt ist. Mit Musiker:innen von Billie Holiday, Ma Rainey, Fred Hersch, der sich 1993 offen zu seiner Homosexualität bekannte und dafür von der sich als so offen und tolerant verstehenden Jazz-Community angefeindet wurde, bis zu Andy Bey, Gary Burton, Patricia Barber, Terri Lyne Carrington und Allison Miller. Mit einem Blick nach Deutschland, wo das Projekt "Queer Cheer - Community for 'Jazz' & Improvised Music" von Julia Kadel, Erik Leuthäuser, Laura Winkler und Friede Merz beim Deutschen Jazzpreis 2023 mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurde.

Sendereihe

Gestaltung

  • Marlene Schnedl

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