Punkt eins

Live vom Bauernhof: Achtung, Weidevieh!

Kuhangriffe und die Sicherheit auf Almen: Was man über Begegnungen mit Rindern wissen muss. Gäste: Katharina Kleinrath, Biobauernhof Kleinrath in Schlatten, NÖ & Josef Obweger, Biobauer und Almbauer in Millstatt, Kärnten, Bundesobmann des Almwirtschaftlichen Vereins & Rainer Vogl, staatlich geprüfter Tourenführer und Wanderguide, Alpenverein Edelweiss. Moderation: Barbara Zeithammer. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Die Idylle ist getrübt: Kühe wären aggressiv, wird in Zeitungen berichtet, "wenn Kühe töten", ist da beispielsweise zu lesen. Wandern werde gefährlich, heißt es, denn "Kuhattacken" würden häufiger. Am 14. Mai starb eine Frau in Osttirol nach dem Angriff einer Kuhherde auf einem Wanderweg. Was weiß man über Kuhangriffe, mögliche Ursachen und Risikofaktoren? Was tut man, wenn man einer Kuh auf der Weide begegnet, was nicht und wie kann man das Verhalten von Rindern einschätzen?

In Österreich werden insgesamt 7.971 Almen bewirtschaftet, die meisten davon in Tirol, Kärnten und Salzburg, insgesamt eine Fläche größer als Vorarlberg, fasst das Portal Unsere Almen zusammen. Im Vorjahr wurden rund 300.000 Rinder auf die Almen gebracht, davon etwa 50.000 Mutterkühe, fast 103.000 Schafe, 13.500 Ziegen sowie fast 11.000 Pferde. Dort treffen sie auf Millionen Menschen - denn in Zeiten der Klimakrise wird Urlaub in den Bergen immer beliebter. Almen sind dabei ein unverzichtbares Sujet der Tourismuswerbung, Kuh inklusive. Sind Nutzungskonflikte zwangsläufige Folgen des regional enormen Andrangs, der auch immer mehr unerfahrene Wanderer, immer mehr Wanderer mit Hunden und E-Bike-Fahrer auf die Weideflächen bringt? Oder werden die Tiere scheu, weil sie in der extensiven Haltung auf den Almen weniger Kontakt zu den Bäuerinnen und Bauern haben?

Berichte über Angriffe von Kühen auf Menschen, vor allem von Mutterkühen, gibt es jedes Jahr. Die heimische Statistik erfasst sechs tödliche Fälle mit Wanderern seit 2014; in der Landwirtschaft sind es mehr, denn die Arbeit mit Rindern ist allein wegen der Größe der Tiere nicht ungefährlich. Was auffällt: Bei fünf der sechs Kuhattacken mit Todesfolge für Menschen, die es bisher in Österreich gegeben hat, hatten die Wanderer einen Hund dabei. Immer wieder kommt es bei der Begegnung mit Weidetieren zu Verletzungen; wobei Hüttenwirtinnen und Almbauern zunehmend über unvernünftiges Verhalten klagen, über Wanderer, die die Wege verlassen oder zu wenig Abstand zu den Tieren halten - vor allem Mutterkühe verteidigen ihre Kälber - über Touristen, die Selfies mit Rindern machen - doch wenn ein horntragendes Rind den Kopf dreht, kann das buchstäblich rasch "ins Auge gehen".

Was sollte man also über die Tierwelt einer Region - Rinder, Schafe, Ziegen auf den Almen - wissen, bevor man sich auf den Weg macht? Wie vermittelt man dieses Wissen und den nötigen Respekt möglichst nachhaltig? Welche Sicherheitsvorschriften sind geboten: Braucht es noch mehr Warnschilder und Hinweistafeln, mehr Infobroschüren und Kampagnen, Strafen, Hundeverbote oder eingezäunte Weiden?

Auf dem Biobauernhof Kleinrath im Herzen der Buckligen Welt verbringen die Rinder möglichst viel Zeit auf den Weiden und Wiesen. Jungbäuerin Katharina Kleinrath
teilt vielfältige Einblicke in ihren Arbeitsalltag auf sozialen Medien, vermittelt Wissenswertes über Bauernhoftiere in der "Schule am Bauernhof" und bietet bei Interesse auch Führungen zu den Tieren an. Seit 1995 wird der Familienbetrieb biologisch bewirtschaftet; die Rinder und Schweine werden am Hof geschlachtet; Jungbauer Markus Kleinrath verarbeitet das Fleisch selbst. Zwei Mal im Monat verkaufen die Kleinraths ihrer prämierten Bio-Fleischprodukte ab Hof, so auch an diesem Wochenende.

Katharina Kleinrath öffnet den Bauernhof am Freitag, 5. Juni freundlicherweise auch für das Team von Punkt eins mit Moderatorin Barbara Zeithammer, die zu einem Gespräch über den Umgang mit Weidetieren auch den staatlich geprüften Bergwanderführer Rainer Vogl vom Alpenverein Edelweiss eingeladen hat. Aus Millstatt in Kärnten nimmt Josef Obweger via Internetleitung teil; er ist Biolandwirt und Almbauer, unterrichtet am Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Litzlhof und leitet als Bundesobmann den Almwirtschaftlichen Verein.

Sind Sie zufällig in der Gegend beim Ab-Hof-Verkauf oder haben Lust auf einen Ausflug? Gesellen Sie sich zu uns und nehmen Sie an der Diskussion teil, wenn das Wetter ein Gespräch im Freien erlaubt. Oder rufen Sie uns an, schreiben Sie uns ein E-Mail mit Ihren Erfahrungen, Fragen und Anregungen zum Thema unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

Service

Biohof Kleinrath
Stanglgraben 22
Bromberg, Niederösterreich
Ab Hof Verkauf
Freitag, 5. Juni von 10 bis 17 Uhr
Samstag, 6. Juni 8 bis 12 Uhr

https://www.sichere-almen.at/Sichere Almen
Veterinärmedizinische Universität Wien: Wandern mit Hund
Alpenverein: Weidetieren sicher begegnen
Alpenverein
Alpenverein Edelweiss
Almwirtschaft Österreich

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Gestaltung

  • Barbara Zeithammer