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Punkt eins
Sparen in Krisenzeiten
Über die Folgen von Budgetkonsolidierung und Konsumverzicht für die wirtschaftliche Entwicklung. Gast: Dr. Marcus Scheiblecker, Ökonom, Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO. Moderation: Marlene Nowotny. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at
10. Juni 2026, 13:00
Am Mittwoch präsentiert Finanzminister Markus Marterbauer das Doppelbudget der Bundesregierung für die Jahre 2027 und 2028. Die Eckpunkte wurden von den Regierungsparteien in einer Aussendung bereits genannt: Man wolle 2,5 Milliarden Euro einsparen, weitere 2,5 Milliarden Euro sollen für die "Zukunftsgestaltung" frei gemacht werden.
Unter "Zukunftsgestaltung" versteht die Bundesregierung nicht etwa Maßnahmen, um der Biodiversitäts- oder Klimakrise zu begegnen oder Investitionen in Forschung und Entwicklung. Bei den meisten der geplanten Maßnahmen handelt es sich um Entlastungen bzw. Quersubventionierungen von Wirtschaft, Industrie und Landwirtschaft. Beim Sparen müssten dagegen "alle" einen Beitrag leisten, heißt es von der Regierung, dem Motto des Budgets folgend: "Aufschwung. Gerechtigkeit. Reformen.".
Doch was genau bedeutet "Gerechtigkeit" im Zusammenhang mit Einsparungen? Welche volkswirtschaftlichen Auswirkungen haben Kürzungen bei Sozialausgaben, bei Investitionen in Bildung und Forschung, bei den Pensionen? Welche Prognosen gibt es für die österreichische Konjunktur, wenn das Budget ausgerechnet in einer Wirtschaftskrise konsolidiert werden muss? Zu diesen Fragen forscht der Ökonom Marcus Scheiblecker am Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO.
Ein Forschungsfeld, das in den vergangenen Jahren aufwändiger geworden ist. Denn plötzlich auftretende geopolitische Krisen, zuletzt etwa ausgelöst durch den Iran-Krieg, erschweren den Blick in die Glaskugel der wirtschaftlichen Entwicklung. Mittlerweile erstellen Marcus Scheiblecker und seine Forschungsgruppe Konjunkturprognosen in dreifacher Ausführung - von "optimistisch" bis "pessimistisch".
Dabei spielen auch das Konsum- bzw. Sparverhalten der österreichischen Haushalte eine entscheidende Rolle: Je pessimistischer die Bevölkerung in die Zukunft blickt, desto weniger wird investiert und konsumiert. Stattdessen wird gespart, um für noch schlechtere Zeiten vorbereitet zu sein. Angesichts des Sparkurses der Bundesregierung und der unsicheren weltpolitischen Lage zeigt sich die ohnehin schon stark ausgeprägte Sparfreude der Österreicherinnen und Österreicher noch deutlicher.
In dieser Ausgabe von Punkt eins spricht Marlene Nowotny mit Marcus Scheiblecker über staatliche Sparmaßnahmen, das Sparverhalten heimischer Haushalte und die Auswirkungen des öffentlichen wie privaten Sparkurses auf die wirtschaftliche Entwicklung.
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