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Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen
Wie Leben gelingen kann
Versöhnt und gerettet - Aspekte der Bibel +++ Kairos - Das eigene Leben neu erfinden +++ Von der Kindersklavin zur Tourismusmanagerin - Wie Leben mit Unterstützung gelingen kann +++ Iconic - Bildercodes der Religionen: Islam
14. Juni 2026, 07:05
Versöhnt und gerettet - Aspekte der Bibel
(Römerbrief 5,6-11)
Als der Wanderprediger Jesus von Nazareth lehrte, hat er ihn nicht persönlich gekannt: Paulus von Tarsus wurde erst kurz nach dem Kreuzestod des als Messias, als Christus, verehrten Jesus zu einem Anhänger von ihm. Als Apostel bezeichnete er sich fortan, als Glaubensbote - und sein im Neuen Testament überlieferter Römerbrief wurde zu seinem theologischen "Manifest". Dies gilt auch für den Abschnitt, in dem Paulus die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu Christi darlegt. Der Text ist für katholische Gottesdienste am 14. Juni vorgesehen. Die an der Universität Kassel lehrende katholische Theologin Mirja Kutzer sieht darin ein Entgegenkommen Gottes - in seinem Sohn und bis in die schwärzesten Ecken des Menschseins: "Nicht, um Wiedergutmachung zu leisten, sondern um die Menschen zu berühren - durch Liebe."
Kairos - Das eigene Leben neu erfinden
Der Ablauf der Zeit besteht aus einer unendlichen Reihe von Augenblicken. Viele von ihnen plätschern mehr oder weniger ereignislos dahin. Doch gibt es auch Augenblicke im Leben jedes Menschen, deren Bedeutung den Moment um ein Unendliches überstrahlen und deren Konsequenzen unabsehbar sind. Einen solchen günstigen Augenblick, einen Kairos, gilt es, "beim Schopf zu packen". Gedanken dazu von Martin Ploderer, Schauspieler, Sprecher und Autor. Sein jüngstes Buch hat den Titel "Das Momentum des Augenblicks. Der Schriftsteller als Prophet wider Willen".
Von der Kindersklavin zur Tourismusmanagerin - Wie Leben mit Unterstützung gelingen kann
Den "Welttag gegen Kinderarbeit" am 12. Juni hat Gundi Lamprecht wahrgenommen, um für Lebenskunst von einer besonderen Begegnung zu erzählen: Die heute 26-jährige Evelyne Adoun war eines von etwa zwölf Millionen Kindern, die von Formen moderner Sklaverei betroffen sind. In ihrer Heimat, im westafrikanischen Benin, erleiden jährlich an die 50.000 Kinder Misshandlung und Ausbeutung. Mit nur fünf Jahren war Evelyne von ihrem Onkel nach Nigeria verkauft worden. Durch ihre Zwangsarbeit hätte ihr Vater einen monatlichen Betrag von 15? bekommen sollen und so den Rest der Familie über Wasser halten können. Diesen Betrag hat er freilich nie gesehen.
Nach Jahren unvorstellbaren Leids ist es dem Mädchen gelungen, zu fliehen. Evelyne hat bei Don-Bosco-Ordensfrauen in Benin Schutz, Liebe und Bildung erfahren. Dort ist Evelyne auch mit Martina Kainz zusammengekommen. Die Waldviertlerin war als Französischlehrerin tätig, wollte in den Ferien an einem Projekt in einem französischsprachigen afrikanischen Land mitarbeiten - und ist bis heute ihre Mentorin. Gundi Lamprecht, die Evelyne Adoun 2015 bei den Don-Bosco-Schwestern in Benin kennengelernt hatte, hat sie im Mai 2026 in Wien wiedergetroffen, wo die junge Frau "Urban Tourism" studiert.
Iconic - Bildercodes der Religionen: Islam
In einer losen Reihe geht Lebenskunst den Bildercodes von Religionen nach. Diesmal, kurz vor dem muslimischen Neujahrsfest, mit der Frage, ob Zeichnen im Islam tatsächlich "haram", also verboten ist. Das jedenfalls predigen manche islamistische Influencer online. Wie steht nun der Islam zu Darstellungen und Bildern? Der in Wien lebende Imam und Islampädagoge Ramazan Demir sagt, das Bilderverbot gelte ganz klar nur im Raum der Moschee. Ein allgemeines Verbot, Menschen oder Tiere zu zeichnen oder zu malen, gibt es im Islam nicht. Lukas Wagner hat recherchiert.
Service
Martin Ploderer, "Das Momentum des Augenblicks. Der Schriftsteller als Prophet wider Willen", BoD Verlag
Aspekte der Bibel
Sendereihe
Gestaltung
- Doris Appel
- Martin Gross
