Vom Leben der Natur

Bewundert und ausgestopft

Die Museumshistorikerin Stefanie Jovanovic-Kruspel spricht über den indischen Elefanten Soliman, der als Schauobjekt im 16. Jahrhundert nach Wien kam.

Die Schaulust an exotischen Großtieren gab es bereits in der Antike. So berichtete Plinius der Ältere in der "Naturalis historia" von grausamen Circus-Kampfspielen mit Elefanten in Rom. Auch Nashörner wurden in dieser Zeit aus Afrika und Asien nach Europa verfrachtet. Mosaike zeugen heute noch davon.

Eine Renaissance des Imports fremdländischer Megafauna nach Europa setzte Anfang des 16. Jahrhunderts ein. Unter "Elefantendiplomatie" versteht man die Geschichte von Nashörnern, Giraffen und Elefanten, die von Herrschenden verschenkt wurden und der Repräsentation imperialer und kolonialer Macht dienten. Diese Tiere waren auch Volksspektakel und wurden später zu Objekten naturwissenschaftlicher Sammlungen gemacht.

Der erste Dickhäuter, der in der frühen Neuzeit von Indien nach Europa gelangte, war ein Nashorn. Das 1515 von Albrecht Dürer auf dem Holzschnitt "Rhinocerus" dargestellte Tier, sollte als Geschenk des portugiesischen Königs Manuel I. an Papst Leo X. weiter nach Rom verschifft werden. Doch dort kam es nicht lebend an.

Das Panzernashorn war nicht das einzige fremdländische Tier, das in Quellen dokumentiert ist. Neben ihrer Verwendung als Gegenstände politischer Diplomatie wurden Großtiere aus Asien und Afrika als Schauobjekte in Wandermenagerien durch Europa transportiert. Einige davon gelangten auch an den Wiener Hof.

Service

GesprächspartnerInnen:
Dr. Andreas Hantschk, Zoologe
Naturhistorisches Museum Wien

Mag.a Dr.in Stefanie Jovanovic-Kruspel, Kunst- und Museumshistorikerin
Naturhistorisches Museum Wien

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Sendereihe

Gestaltung

  • Rosemarie Burgstaller