Ingeborg Bachmann

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Punkt eins

Bachmann-Preis: Wieviel Macht braucht Literatur?

Zum 50. Jahrestag und dem aktuellen Wettlesen in Klagenfurt. Gäste: Dr. Doris Moser, Vizestudienrektorin und Literaturwissenschaftlerin, Institut für Germanistik, Universität Klagenfurt & Natascha Gangl, Schriftstellerin und Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2025. Moderation: Andrea Hauer. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Die "Tage der deutschsprachigen Literatur", die, wie jeden Sommer, gerade in Klagenfurt stattfinden und mit der Vergabe des renommierten Ingeborg-Bachmann-Preises enden, feiern heuer ihr fünfzigstes Jubiläum. 1976 nach dem Vorbild des Schriftstellertreffens "Gruppe 47" aus der Taufe gehoben und 1977 zum ersten Mal veranstaltet, sollen diese Tage mit dem Vortragen der Texte, der Jurykritik und der Verleihung von mittlerweile mehreren Preisen eine Plattform bieten - für neue und noch unveröffentlichte Literatur und Literatur-Diskussion.

Im ersten Jahr des Wettbewerbs war in der Presse die Rede von einem "theatralischen Ereignis", "spannenden Augenblicken" und "rhetorischen Glanzleistungen", aber auch von "absoluten Tiefpunkten", "unerfreulichen Auftritten" und "inkompetentem Gerede". Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler schrieb unter dem Titel, "Kaputt in Klagenfurt", das "Dreitagerennen um den fetten Scheck" sei ein "würdeloses Wettlesen, bei dem eine auf der Strecke blieb - die Literatur - und einer profitierte - der Suhrkamp-Verlag."

Wie kann man das alljährliche Klagenfurter Event heute beschreiben, da man es live verfolgen kann - via Fernsehen und Streaming, aufgeregt kommentiert im Internet, wie bei einem Fußballspiel? Wer oder was bleibt auf der Strecke? Wer profitiert? Wie sehr gewinnen die Siegreichen auf lange Sicht? Was ist mit jenen, die nicht gewinnen und deren Texte publikumswirksam zerpflückt werden?

Ist es ein "Fest der Literatur", wie sich Marcel Reich-Ranicki 1977 fragte, Mitinitiator des Wettbewerbs und erster Jury-Vorsitzender? Ist es, wie er meinte, ein "Dichtermarkt", "eine Art Börse", eine "Arbeitstagung" oder "gar eine literarische Modenschau", "alles auf einmal"? Was denken Sie? Wie sehr verfolgen Sie das Wettlesen in Klagenfurt und wie sehr ermuntert es Sie, zu lesen und sich mit Literatur zu befassen?
Andrea Hauer spricht mit der Autorin Natascha Gangl, Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin des Jahres 2025, und mit der Literaturwissenschaftlerin Doris Moser, die den Klagenfurter Literaturwettbewerb einige Jahre lang organisierte und 2004 ein wissenschaftliches Buch darüber veröffentlichte.

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