Blaue Stunde

Brand, Zerstörung und Asche

"verbrenner" von Jörg Piringer

Der österreichische Schriftsteller Jörg Piringer, der auch Mitglied des Instituts für transakustische Forschung und des Gemüseorchesters ist, er arbeitet in den Lücken zwischen Sprachkunst, Musik, Performance und poetischer Software.
Für Blaue Stunde hat der Künstler aus seinem 2025 beim Ritter Verlag erschienenen Buch verbrenner ein Hörstück entwickelt.

verbrenner glüht sich durch Textflächen, Eröffnungsreden, Verschwörungserzählungen, Sprechakte, Lautpoesie, verschrobene Popsongs, experimentelle Soundscapes und Listenrezitation und stellt so akustische Räume zur Verfügung, in denen brandaktuelle Themenkomplexe eine hörbare Erweiterung erfahren: Klimawandel, Petromaskulinismus, Umweltzerstörung, Klimaflucht, Verschwörungstheorien, Waldbrand und die damit verbundenen politisch instrumentalisierten Emotionen.

Der Ausgangspunkt ist dabei stets die Sprache unterstützt, vom minimalistischen Einsatz synthetischer Sounds. Neben der Stimme des Autos kommen eine Reihe von künstlichen Stimmen zum Einsatz, die mittels Data-Bending Lautpoesie, Voicechaos und Noise generieren und durch ihren ideosynkratischen Maschinenwahnsinn groteske Momente hinzufügen.

Drei eingebettete Songs nehmen die Thematik auf und gliedern das Stück in drei Teile beziehungsweise beenden es mit der scheinheiligen Frage der Mitläufer, warum uns niemand vor den Auswirkungen der Klimakatastrophe gewarnt hat. Oder warum wir nicht hören wollen. Oder warum wir dieses Stück hören und mitsingen. Oder?

Service

Jörg Piringer

Sendereihe

Gestaltung

  • Hans Groiss