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Europa-Journal
EU, Russland, Bulgarien, Fußball-WM
Europäische Innenansichten: Jean-Claude Juncker im Gespräch +++ Russland: Gedenken unerwünscht +++ Durchwinken und Kassieren: Illegale Lebensmittelimporte nach Bulgarien +++ Migration und Fußball: Die globale Nationalmannschaft
10. Juli 2026, 18:25
Europäische Innenansichten: Jean-Claude Juncker im Gespräch
Europa darf sich nicht unter Wert verkaufen. Das sagt der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Gespräch mit Brüssel-Korrespondent Tim Cupal. Juncker fordert ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber den USA und äußert sich durchaus kritisch zum Zoll-Deal mit den Vereinigten Staaten. Im Interview spricht der Luxemburger außerdem darüber, welche Rolle die EU im Ukraine-Krieg einnehmen sollte und warum er Europa nicht als seine große Liebe bezeichnen würde.
Russland: Gedenken unerwünscht
In Russland kehren Denkmäler für den sowjetischen Diktator Josef Stalin wieder in den öffentlichen Raum zurück. Die Aufarbeitung seiner Terrorherrschaft, die Millionen Opfer forderte, ist dagegen heute nicht gern gesehen. Museen, die an den Gulag erinnern, werden geschlossen, Schulbücher loben den Diktator als weisen Staatsmann, und Gedenktafeln für die Opfer Stalins verschwinden von Moskauer Häusern. Diesen Tafeln haben die Dokumentarfilmer Jegor Isajew und Konstantin Korjagin den Film "Karton" gewidmet. Wie ein solcher Film im heutigen Russland überhaupt noch produziert werden kann, darüber hat Christian Lininger mit den Filmemachern gesprochen.
Durchwinken und Kassieren: Illegale Lebensmittelimporte nach Bulgarien
Über die Grenze zwischen der Türkei und Bulgarien werden besonders viele Lebensmittel in die EU importiert. Obst, Gemüse und Fleisch werden in einem Labor direkt am Grenzübergang auf Verunreinigungen und Pestizide überprüft. Doch genau hier soll es seit Jahren zu Problemen kommen: Gegen Schmiergeldzahlungen werden LKW durchgewunken, die Mafia und korrupte Politiker profitieren davon. Die neue bulgarische Regierung hatte versprochen, hart gegen Korruption vorzugehen doch ein Whistleblower wirft auch der neuen Führung vor, Verbesserungen zu verhindern. ARD-Korrespondent Oliver Soos berichtet aus der Grenzregion.
Migration und Fußball: Die globale Nationalmannschaft
Fast jeder vierte Spieler bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr läuft für ein Land auf, in dem er nicht geboren wurde. Viele Spieler verfügen über mehr als nur eine nationale Identität. Während Frankreich weiterhin als Paradebeispiel für ein multikulturelles Team gilt, werben Länder wie Marokko oder Algerien gezielt junge Spieler an, die in Europa aufgewachsen sind. Auch kleine Nationen, wie Curacao oder die Kapverden, die als sympathische Außenseiter Schlagzeilen gemacht haben, setzen stark auf Talente aus der Diaspora. Ronny Blaschke berichtet, wie sich das Konzept der Nationalmannschaft immer stärker verändert.
Moderation: Miriam Beller
