Hervé Niquet

NICOLE BERGÉ

Das Ö1 Konzert

Extravaganzen in der Renaissance und im Barock Italiens

Alte Musik im Konzert.
Le Concert Spirituel, Leitung: Hervé Niquet. Alessandro Striggio: Messe für 40 Solo-Stimmen, sowie Instrumental- und Vokalwerke von Orazio Benevolo, Francesco Corteccia, Domenico Massenzio, und Giovanni Pierluigi da Palestrina (aufgenommen am 15. Juli 2025 in der Opéra Berlioz in Montpellier)

Mit dem Ziel, eine Liturgie zum Hochfest der Geburt Johannes des Täufers in Florenz nachzustellen, lassen Hervé Niquet und Le Concert Spirituel eine spektakuläre Messe von Alessandro Striggio des Älteren wiederaufleben. Die vierzigstimmige "Missa sopra Ecco sì beato giorno" (mit einem Agnus Dei zu 60 Stimmen!) des in Mantua geborenen Komponisten und Diplomaten, der im Dienst der Medici-Dynastie stand, hat bis vor wenigen Jahren als verschollen gegolten.

Die üppig besetzten Werke Striggios für den Medici-Hof bildeten den Ursprung eines Musikstils, der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Italien seine Blütezeit erlebte und heute als "monumentaler Barockstil" bezeichnet wird. Als einer der Hauptvertreter des römischen Kolossalbarocks gilt der Sohn eines aus Lothringen stammenden Zuckerbäckers, Orazio Benevoli, von dem Sakralwerke für bis zu 48 Stimmen erhalten sind. Gilt auch die ewige Stadt als Benevolis Hauptstandort, so verbrachte er immerhin zwei Jahre im Dienst des Erzherzogs Leopold Wilhelm von Österreich - Benevoli steht neben Striggio im Fokus des Konzertes. Ergänzt wird das extravagante Konzertprogramm des Concert Spirituel mit kleiner besetzten Vokalkompositionen des Florintiners Francesco Corteccia und mit Motetten des römischen Meisters Palestrina, die rein instrumental vorgetragen werden.

Sendereihe

Gestaltung

  • Jörg Duit