ORF/JOSEPH SCHIMMER
Blaue Stunde
Europäische Radiokunst
Prix Palma Ars Acustica 2026 (Teil 2)
"FSME840: W'en I listen". Von Martin Ozvold. Und "Dronequiem". Von Tomas Senkyrík (CZCR)
13. Juli 2026, 21:00
Präsentiert werden zwei Finalisten des diesjährigen Prix Palma Ars Acustica, das ist der internationale Preis für Radiokunst der Ars Acustica Gruppe innerhalb der Europäischen Rundfunkvereinigung EBU.
Das Radiostück "FSME840: W'en I listen" des Sounddesigners und Komponisten Martin Ozvold hat der Tschechische Rundfunk produziert und zum Prix Palma eingereicht hat. FSME im Titel dieses Stücks steht für "Functionally Subordinated Music Experience", also eine funktionell untergeordnete Musikerfahrung. Es geht davon aus, dass ein Musikstück nicht durch die Komponistin allein geschaffen wird, sondern in Wechselbeziehung mit denjenigen, die es hören.
Eine weitere Radiokunstproduktion aus Tschechien ist "Dronequiem" von Tomas Senkyrik. Es erinnert an die Opfer des Amoklaufs an der Prager Karlsuniversität am 21. Dezember 2023. 14 Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt. Der Soundkünstler Tomas Senkyrik, der mit Fieldrecordings arbeitet und auch die website soundscape.cz betreibt, hat in den leeren Gängen und Räumen, wo sich die Tragödie zutrug, Feldaufnahmen gemacht. Diese werden zu einem aufsteigenden Drone-Requiem aufgebaut. Die Jury des Prix Palma zeichnete das Stück mit einer lobenden Erwähnung aus: "Dronequiem ist eine würdevolle Auseinandersetzung mit dem hochsensiblen Thema, wie sich Traumata in abstrakte Klänge umsetzen lassen - ein kontemplatives Werk, das Raum für Gedenken und Trauer lässt", so befand die Prix Palma Ars Acustica Jury.
Seit 2013 wird der Prix Palma Ars Acustica (PAA) als ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, der von der Ars Acustica Gruppe der Europäischen Rundfunk Union organisiert wird. Herausragende Radiokunstproduktionen werden gefördert: Radiokunst, Klangkunst, Medienkunst, Text-Klang-Kompositionen, elektroakustische Musik, Live-Electronica, etc. - für all diese Sparten ist der Wettbewerb offen. Eingereicht werden Stücke von den Mitgliedern der Ars Acustica, also Radiokunst-Redaktionen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in ganz Europa. Das Gewinnerstück wird von den teilnehmenden Radioprogrammen gesendet und erfährt somit eine weite Verbreitung in Europa.
Sendereihe
Gestaltung
- Anna Soucek
