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Betrifft: Geschichte
Das mesoamerikanische Ballspiel
Ritual, Politik und lebendige Tradition. Mit: Nikolai Grube, Altamerikanist am Institut für Archäologie und Kulturanthropologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Gestaltung: Barbara Volfing.
15. Juli 2026, 15:55
Ein Ball prallt gegen Stein. Zuschauer rufen, Priester beobachten das Geschehen. Vor mehr als 3.500 Jahren entsteht in Mittelamerika eine Spieltradition, die weit mehr ist als sportlicher Wettkampf. Das mesoamerikanische Ballspiel verbindet Ritual, Politik und Mythologie - über Dutzende Kulturen hinweg: von den Olmeken über die Maya und Zapoteken bis hin zu den Azteken. Gespielt wird mit schweren Kautschukbällen. Die Partien finden zunächst auf Feldern aus Lehm und Erde statt, bevor daraus die heute bekannten Steinanlagen entstehen. Mehr als 2 300 solcher Spielfelder haben archäologische Forschungen von Mexiko bis Nicaragua bislang entdeckt.
Lange gilt das Ballspiel vor allem als blutiges Opferritual. Steinmonumente und Reliefs der Maya zeigen Szenen von Enthauptungen im Kontext der Ballspielplätze. Auch spanische Chronisten aus dem 16. Jahrhundert berichten von Ballspielen und Menschenopfern. Doch inzwischen zeichnet die Forschung ein differenzierteres Bild: Die Spielfelder sind auch politische Bühnen gewesen, Orte der diplomatischen Begegnungen und der sozialen Ordnung. Die Tradition des Ballspiels gehört keineswegs nur der Vergangenheit an. Im Nordwesten Mexikos wird mit "Ulama" bis heute eine Form dieses alten Spiels praktiziert. Umstritten bleibt allerdings, ob tatsächlich eine direkte Kontinuität besteht oder ob es sich eher um eine spätere Wiederbelebung handelt.
In diese mesoamerikanische Welt taucht Nikolai Grube ein. Der Altamerikanist nimmt auf der Zuschauertribüne Platz und führt durch die Geschichte dieses Ballspiels, die Einblick in die Kulturen Mittelamerikas gewährt.
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Sendereihe
Gestaltung
- Barbara Volfing
