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Lexikon der österreichischen Popmusik (2)
Graf Hadik - ein exzentrisches Gesamtkunstwerk
21. Juli 2026, 09:45
"Was das exzentrische britische Art-Pop-Duo KLF für die Welt war, war das stets leicht mysteriöse Bandprojekt Graf Hadik für Wien." Das sagt Gerhard Stöger, als "Falter"-Kritiker vom Dienst einer der seriösesten Musikjournalisten des Landes. "Die Popgeschichte wurde unbekümmert in den Sampler geladen, elektronisch verwurstet und mit dadaistischen Texten kombiniert." Zitat Ende.
Tatsächlich hat dieses On/Off-Mysterium Graf Hadik (auch: Graf Hadik & Die Flughunde) seit 1988 vier Alben - manche munkeln von mehr - und jede Menge Singles veröffentlicht. Werke, die auf Discogs und anderen Online-Börsen zu beachtlichen Preisen gehandelt werden.
Seinen Namen hat sich das Projekt angeblich vom österreich-ungarischen Feldmarschall Andreas Graf Hadik von Futok (1710 - 1790) geliehen. Ursprünglich bestand es aus zwei musikalischen Antipoden: Christian Paertan und Stephan Wildner (den man auch von Chuzpe kennt), dann stieß Andi Kolm dazu; nun fungiert Wildner solo, aber live mit wechselnden Mitstreitern als Graf Hadik.
Unter dem Titel "Biedermeier Zorro Groove" erschien 1988 ihr bislang erfolgreichstes Album. Mit dem Elektronik-Pionier Erdem Tunakan (Pulsinger & Tunakan) hat Stephan Wildner alias Graf Hadik zuletzt ein auf einhundert Exemplare limitiertes Mini-Album vorgelegt: "Meidling Discotheque".
"Von ihrer popgeschichtlichen Rolle her", so Robert Rotifer (FM4, Rolling Stone) "waren sie einst, gerade in ihrem frühen Umgang mit Samples, wesentliche Vorreiter der Wiener Elektronik-Szene. Schon ein kolossaler Verdienst, wenn man's bedenkt." Und wie klingt das gräfliche Vermächtnis anno 2026? Sehr tanzbar, sehr psychedelisch, sehr bizarr. Unzweifelhaft eine exotische Blüte am Mainstream-Wegesrand.
Autor: Walter Gröbchen
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