Im Fokus - Religion und Ethik
Das Comeback traditioneller Rollenbilder
Das Comeback traditioneller Rollenbilder +++ Mann genug? - Zwischen Feminismus und Manosphere +++ "Oppressed by choice" - Der Backlash weiblicher Rollenbilder +++ Moderation: Alexandra Mantler
22. Juli 2026, 16:05
Das Comeback traditioneller Rollenbilder
Die Suche nach Identität und nach gesellschaftlichen Rollen ist dynamisch und wird von verschiedenen Kräften beeinflusst. Im Rahmen der Sommerreprisen "Das Beste zum Wiederhören" beleuchtet "Im Fokus" zwei Phänomene, die diesen gesellschaftlichen Wandel aufzeigen: Die Manosphere und die Tradwife-Bewegung.
Mann genug? - Zwischen Feminismus und Manosphere
Rollenbilder von Männern und Frauen sind vor allem derzeit einem stetigen Wandel unterworfen und sorgen regelmäßig für heftige Debatten in der Medienlandschaft wie in der Gesellschaft. Während Vertreter der Populärkultur durchaus neue Männlichkeitsbilder entwerfen - man denke etwa an Harry Styles oder Tom Neuwirth alias Conchita Wurst - formiert sich in den sozialen Medien unter dem Begriff "Manosphere" eine Gegenbewegung. Diese Gruppierung verbreitet frauenfeindliche Positionen und versucht, vor allem Jugendliche mit chauvinistischen Äußerungen, aber ebenso mit Tipps zur Selbstoptimierung zu beeinflussen. Diese Rückkehr zu alten Rollenbildern wird auch durch prominente männliche Vorbilder wie Donald Trump oder den US-amerikanisch-britischen Unternehmer und ehemaligen Kickboxer Andrew Tate unterstützt. Welchen Einfluss haben Prominente und Social Media tatsächlich und kann man Männer - jüngere wie ältere -, die in den Sog solcher Kreise geraten sind erreichen und über deren Gefährlichkeit aufklären? Diesen Fragen gehen Judith Fürst und Irene Klissenbauer nach und haben dazu Männerforscher und eine Medienexpertin, die die Manosphere beobachtet, befragt.
"Oppressed by choice" - Der Backlash weiblicher Rollenbilder
Für ein Wiedererstarken traditioneller weiblicher Rollenbilder treten Vertreterinnen der Bewegung der sogenannten Tradwives ein. Via Social Media propagieren sie das Hausfrauenleben und erklären ihre Unterordnung oder gar Unterwerfung unter das Patriarchat als freiwillige Wahl. Während einige Tradwives diese Lebensweise als eine vom Feminismus ermöglichte Option sehen, lehnt eine andere Fraktion den Feminismus ab und betrachtet das Patriarchat als natürliche Ordnung. Teile der Bewegung sind alles andere als harmlos und haben eine durchaus politische Dimension: Sie stehen oft rechtsautoritären Kreisen nahe, in den USA etwa häufig der Alt-Right-Bewegung, die vor der vermeintlich bewussten Unterwanderung und Schwächung der weißen Bevölkerung durch Migrations- und Fluchtbewegungen warnt. Wie weit reicht deren politischer Einfluss tatsächlich? Kann Hausfrauendasein als feministisch motivierte Entscheidung gesehen werden oder begibt sich eine Frau damit in Abhängigkeit vom Wohlwollen eines Mannes? Judith Fürst und Irene Klissenbauer haben mit Vertreterinnen der Tradwife-Bewegung und einer freiwilligen Hausfrau und mehrfachen Mutter gesprochen und Genderforscherinnen um ihre Einschätzung gebeten. - Moderation: Judith Fürst
