Modell Bühnenbild "Die Ausflüge des Herrn Brouček"

BREGENZER FESTSPIELE/ANJA KOEHLER

Opernabend - Bregenzer Festspiele 2026

Leos Janacek: "Die Ausflüge des Herrn Broucek"

Mit Daniel Brenna (Matej Broucek), Mihails Culpajevs (Mazal, Blankytny, Petrik), Karoly Szemeredy (Sakristan, Lunobor, Domsik), Tatev Baroyan (Malinka, Etherea, Kunka), Allen Michael Jones (Würfl, Caroskvouci,Schöffe), Gaja Napast (Cisnicek, Wunderkind, Student), Jana Kurucova (Kedruta), Svatopluk Sem (Svatopluk Cech, Taborita), Linard Vrielink (Komponist, Harfoboj, Miroslav Zlatnik), Paul Curievici (Maler, Duhoslav, Stimme des Professors, Vojta od Pavu, Taborita), Lukas Barak (Dichter, Oblacny, Vacek Bradaty)
Prager Philharmonischer Chor, Wiener Symphoniker; Dirigent: Robert Jindra
(Live-Übertragung der Premiere aus dem Festspielhaus Bregenz, in 5.1 Surround Sound)

Die Leos Janacek-Opern Jenufa (1904) und Kata Kabanova (1921) sind weltbekannt, nur selten gespielt wird dagegen die zwischen diesen beiden Werken entstandene Oper Die Ausflüge des Herrn Broucek, übrigens das einzige Bühnenwerk des mährischen Komponisten, das nicht in Brünn, sondern 1920 im Prager Nationaltheater zur Uraufführung kam. Mit gleich sechs Librettisten hat Leos Janacek für diese zweiteilige Oper zusammengearbeitet, während fast zehn Jahren der Entstehung.

Zuerst konzentrierte sich der Komponist auf die Vertonung des satirischen Romans Der Ausflug des Herrn Broucek zum Mond von Svatopluk Cech, von 1908 bis 1917 dauerte dieser Prozess- und aus dieser Zeit stammt auch die bitter erscheinende Erkenntnis von Janacek bezüglich Librettisten: "Ach unsere Dichter! Man muss ihnen alles vorsagen - und dennoch fällt es dürftig aus" soll er damals gesagt haben.

Kaum hatte er die Traumreise zum Mond des spießig kleinbürgerlichen, dem Biergenuss verfallenen Prager Hausbesitzers Matej Broucek vollendet, als er sich entschlossen hat, dem Werk einen zweiten Teil anzuschließen. Auf einem weiteren Roman desgleichen Dichters basierend (Der Ausflug des Herrn Broucek in das XV. Jahrhundert"), wurde Herr Broucek nun ins mittelalterliche Prag - während der Hussitenkriege gegen die Kreuzritter - versetzt; für diesen zweiten Teil benötigte Janacek nur wenige Monate.

Nach der erfolgreichen Erstaufführung der Jenufa im Prager Nationaltheater bot sich für den Komponisten die Gelegenheit einer Uraufführung an Prags erster Opernbühne; doch die Einstudierung verlief keineswegs reibungslos: Immer wieder hatten Mitglieder es Ensembles sich verweigert, die anspruchsvollen Partien zu lernen; mehrmals waren Umbesetzungen notwendig. Dennoch kam es im April 1920 zur Weltpremiere, vom Publikum durchaus freundlich aufgenommen, von der Kritik aber wegen eines mangelhaften Librettos abgelehnt: Nur neun Aufführungen sind damals in Prag gefolgt - und auch auf anderen Bühnen hat das Werk niemals "durchgeschlagen".

Nach einer erfolgreichen deutschsprachigen Produktion in der vergangenen Saison im Tiroler Landestheater von Innsbruck, kommt Janaceks "Doppel-Oper" nun bei den Bregenzer Festspielen zur dortigen Erstaufführung in der tschechischen Originalsprache. "Eine Oper von beißender Komik und absurdem Witz, eine schonungslose Satire auf bürgerliche Selbstzufriedenheit, moralische Trägheit und die ewige menschliche Unfähigkeit, aus der Geschichte zu lernen", mit diesen Worten bewirbt das Festival am Bodensee die Jubiläums-Opernproduktion im Festspielhaus. Der vom Dadaismus und vom absurden Theater inspirierte Regisseur Yuval Sharon inszeniert, Robert Jindra leitet die Wiener Symphoniker.

Service

Diese Sendung wird in Dolby Digital 5.1 Surround Sound übertragen. Die volle Surround-Qualität erleben Sie, via Internet-Streaming auf Ihrem HbbTV-Gerät oder durch Direktaufruf der Streaming-URLs.

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