Ambiente - von der Kunst des Reisens
Reisen zu Natur, Kunst & Geschichte
Reisemagazin u.a. mit Nationalpark Donau Auen - Naturerbe erwandern, Teil 3 & Ein Bett zwischen Altar und Kirchenbänken. Beim "Champing" tauchen Touristen tief in Englands Geschichte ein & Innovation und Mut - Kunst & Kultur im öffentlichen Raum von Nantes
2. August 2026, 10:05
Nationalpark Donau Auen - Naturerbe erwandern, Teil 3
Kaum ein Nationalpark in Österreich steht für zivilen Ungehorsam wie der Nationalpark Donau Auen. Dem Widerstand getragen von Menschen quer durch alle Gesellschaftsschichten ist es zu verdanken, dass das geplante Wasserkraftwerk nicht gebaut wurde und die Donau von der Lobau bis in die Slowakei frei fließen kann.
Gemeinsam mit Ranger Christian Raffetseder wandert Margit Atzler durch die Donau-Auen. Gemeinsam unternehmen die beiden eine Spurensuche zur Europäischen Sumpfschildkröte, der einzigen Schildkrötenart, die in Mitteleuropa vorkommt - und auch das äußerst selten. Um sie zu entdecken, muss man genau hinsehen, denn der Panzer der meisten Tiere ist weniger als 20 Zentimeter lang. Entlang des Orther Rundwanderweg findet das Tier ideale Brutplätze und kann sich so natürlich fortpflanzen. Genau deswegen sind die Sand- und Schotterbänke für die Sumpfschildkröte aber auch für viele Vögel so wichtig. Was die Renaturierungsmaßnahmen bei Stopfenreuth bringen, kann Christian Raffetseder ebenfalls erklären. Auch wenn der Großteil der Nationalparkfläche in Niederösterreich liegt, befindet sich mit der Lobau auch ein Stück Nationalpark innerhalb der Stadtgrenzen von Wien, einer Millionenstadt - und das ist ebenfalls eine Sensation mit Seltenheitswert. Eine längere Version dieser sommerlichen Ambiente-Erkundungstour durch Österreichs Nationalparks ist im Podcast "Reisen mit Ö1" zu hören.
Ein Bett zwischen Altar und Kirchenbänken. Beim "Champing" tauchen Touristen tief in Englands Geschichte ein
Einfache Übernachtung in leerstehenden Kirchen - dieses ungewöhnliche Urlaubserlebnis wird seit einigen Jahren in England angeboten. Das sogenannte "Champing" - eine Wortschöpfung aus Church und Camping - ist vom "Churches Conservation Trust" entwickelt worden, einer gemeinnützigen Vereinigung, die sich um die Erhaltung von Hunderten nicht mehr genutzten Landkirchen kümmert. Mehr als zwei Dutzend davon sind mittlerweile für Übernachtungszwecke adaptiert worden. Fließend Wasser, Öko-Toiletten und Feldbetten stecken den Komfort-Rahmen ab - doch viel spannender ist, dass die Champing-Kirchen ihren Besuchern einen tiefen Blick in die Geschichte ermöglichen. So auch die malerische All Saints Church in Aldwincle, rund 130 Kilometer nördlich von London, die Stefan Spath auf einer England-Reise besucht hat.
Innovation und Mut - Kunst & Kultur im öffentlichen Raum von Nantes
Seit vor etwa mehr als 30 Jahren die Werften von Nantes den Betrieb aufgaben, begann man vermehrt auf Kultur zu setzen. Unterschiedlichste Projekte veränderten die Stadtlandschaft: Am Hafen auf der Insel Nantes im ehemaligen Industrieviertel entwickelten François Delarozière und Pierre Orefice die Machines de l'île, die Anleihen an den Welten von Jules Verne nimmt. Le Grand Elephant, ein mechanischer Elefant, der seine Runde durchs Gelände dreht, ist inzwischen zum Markenzeichen von Nantes avanciert. Außerdem wurde eine ehemalige Biskuitfabrik zum Kulturzentrum Lieu Unique, der Parcours Estuaire Nantes/Saint-Nazaire versammelt bemerkenswerte zeitgenössische Kunst auf der Loire, ein Mahnmal zur Abschaffung der Sklaverei wurde errichtet und im traditionsreichen Chateau des Ducs de Bretagne trifft das Mittelalter auf Hightech eines modernen Museums. Nantes setzt sich auf vielfältige Art und Weise mit der Vergangenheit auseinander und blickt engagiert in die Zukunft. 2011 wurde "Le Voyage à Nantes" ins Leben gerufen, um verstärkt Kultur und Tourismus zu verbinden: ein Kunstwerk in Teilen, das sich auf 20km erstreckt. Ursula Burkert hat das historische Erbe der Stadt, zeitgenössische Kunstwerke aber auch einfach schöne Aussichtspunkte und Naturplätze erkundet.
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